Jan Ullrich hat die Entzugsklinik in Miami verlassen

Jan Ullrichs emotionales Statement nach seiner Entgiftung

Jan Ullrich hat seine Entgiftungsphase in einer Klinik in Miami beendet und wird in Kürze eine sechswöchige Behandlung in Europa beginnen, wie sein Begleiter RTL gegenüber bestätigt hat. Jan Ullrich selbst meldete sich mit einem emotionalen Statement zu Wort.

Jan Ullrich beginnt jetzt eine sechswöchige Behandlung in Europa

Jan Ullrichs Begleiter äußerte sich RTL gegenüber positiv zu Jans erster Woche in der amerikanischen Entzugsklinik. Der ehemalige Rad-Profi habe die vergangenen sieben Tage "ohne Komplikationen durchgezogen", sein Arzt sei "sehr zufrieden" gewesen. "Jan war selbstdiszipliniert und hilfsbereit im Kontakt mit anderen Patienten", schreibt sein Freund in einer SMS an RTL. Nach der Entgiftungsphase folge nun eine sechswöchige Behandlung in Europa, bevor für Jan Ullrich eine weitere Behandlungsphase in den USA beginnt. 

"Wenn man so will, habe ich die ersten Etappen meiner persönlichen Tour de France bewältigt"

Jan Ullrich selbst meldete sich ebenfalls zu Wort und schickte RTL ein emotionales Statement: "Ich habe während der Zeit der Detoxphase in Miami vieles gelernt. Ich war umgeben von Menschen mit einem ähnlichen Schicksal und von sehr guten Therapeuten und Ärzten. Mir ist nun bewusst, dass ich aus Gründen, auf die ich heute nicht eingehen möchte, erkrankt bin. Ich habe mit der Entgiftung das Fundament für mein neues Leben gebaut. Wenn man so will, habe ich die ersten Etappen meiner persönlichen Tour de France bewältigt." Jan Ullrich entschuldigt sich bei den Menschen, die er "in jüngster Vergangenheit auf Grund meiner Erkrankung nicht mit dem nötigen Respekt behandelt habe." Er wolle sich aber gegen all die Menschen zur Wehr setzen, die ihn "zu Unrecht" wegen Handlungen bezichtigen wollen, die er nie begangen habe. 

Arzt rät dazu, Entzug in Europa fortzusetzen

Der gestrauchelte Ex-Sportler, der zuletzt durch Alkohol- und Gewaltexzesse Schlagzeilen machte, richtet sich auch an seine Familie und seine Freunde, die er um "Mitgefühl und etwas Geduld und Zuversicht" bittet: "Denn ich werde der alte - neue - Jan, der alles daran setzen und kämpfen wird, seine Dämonen zu besiegen und zurück ans Licht mit neuer Energie und Lebensfreude zu finden. (...) Ich habe vier wundervolle Kinder, die mich aufrichtig lieben. Egal, ob ich erfolgreich bin oder nicht. So etwas kann kein Geld der Welt aufwiegen."

Seine Kinder sind auch einer der Gründe, warum sich Jan Ullrich dazu entschlossen hat, seinen Entzug zunächst in Europa fortzusetzen. Er möchte, bevor er erneut in die USA fliegt, Zeit mit ihnen verbringen. Zudem habe sein Arzt in Miami ihm geraten, den Behandlungszeitraum, der nun nach der Entgiftung folgt, "im deutschprachigen Raum, in meiner Muttersprache zu absolvieren, weil es in der Therapie viele Details geben wird, die ich genau verstehen muss."

"Ich möchte Leidensgenossen motivieren, offen mit einer Erkrankung umzugehen"

Am Ende seines Statements hat Jan Ullrich noch eine wichtige Botschaft: "Nicht jeder Betroffene hat die Möglichkeiten wie ich. Ich möchte Mitmenschen ermuntern, wachsam zu sein, sei es im Freundeskreis oder bei der Arbeit, denn es gibt viele Schicksale, wo ein einziger Freund für Betroffene den Unterschied ermöglichen kann. Ich möchte Leidensgenossen motivieren, offen mit einer Erkrankung umzugehen. Und ich bitte Mitmenschen niemals nach Symptomen wertend zu verurteilen, sondern Betroffenen mit Verständnis und Mitgefühl zu begegnen. Wir haben alle nur dieses eine Leben. Fehler zu machen ist Teil davon, Mensch zu sein. Entscheidend ist ob der derjenige der fällt bereit ist wieder aufzustehen und um die 2. Chance im Leben zu kämpfen. Das werde ich versuchen."