James Bond: Von Pussy bis Kissy - die anzüglichen Namen der ersten Bond-Girls

Kissy, Pussy, Plenty: die anzüglichen Namen der Bondgirls
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Kissy, Pussy, Plenty: die anzüglichen Namen der Bondgirls

von Mireilla Zirpins

Sprechende Rollennamen gehören zu James Bond wie der Vodka zum Martini. Sie dürfen gern mal ein bisschen albern sein. Und bei den Bondgirls voller sexueller Anspielungen, zumindest in den ersten Jahrzehnten der beliebten Filmreihe. Heute heißen die Damen brav Madeleine Swann oder Nomi. Lediglich bei Strawberry Fields dachte mancher nicht zuerst an den Beatles-Song. Aber wir erinnern hier mal daran, mit was man früher so durchkam.

Honey Ryder, die Muschelsammlerin aus „Dr. No“

So trägt Ursula Andress 1962 im ersten 007-Abenteuer „James Bond jagt Dr. No“ (hier bei TVNOW ansehen) den sprechenden Namen Honey Ryder - Honey zweideutig für Honig bzw. Liebling, und Ryder klingt nach Rider - Reiter/in. Etwas weit hergeholt? Dass man's so verstehen kann, zeigt Bonds Reaktion. „Was finden Sie daran komisch?“, fragt Honey den kichernden 007. „Nichts“, lügt der. Und dann sammelt das langbeinige Honigtöpfchen, gespielt von Ursula Andress, auch noch ausgerechnet Muscheln! Kein Wunder, dass dem Doppelnullagenten gleich das Wasser im Mund zusammenläuft. Wie’s beim zweiten Treffen der beiden mit einem Wet-T-Shirt-Contest weitergeht, sehen Sie im Video – zusammen mit weiteren vergnüglich-anzüglich benannten Ladys.

Einfach legendär: Die Bondgirls aus „Goldfinger“

Pussy Galore (Honor Blackman, li.) und Geheimagent James Bond 007 (Sean Connery, re). Kinostart: 14.01.1965
Pussy Galore ist eine Pilotin mit reichlich ... Schlagfertigkeit © UIP

Honor Blackman hatte Spaß an ihrem anzüglichen Rollennamen in „Goldfinger“ (1964, ebenfalls bei TVNOW im Programm). Mit gebührendem Ernst stellt sie sich, über den im Flugzeug erwachenden 007 gebeugt, als „Pussy Galore“ vor, übersetzt „reichlich Muschi“. Der, damals gespielt vom Ur-Bond Sean Connery, kann sich ein Grinsen nicht verkneifen. Ursprünglich sollte er antworten: „Das weiß ich. Aber wie heißen Sie?“ Stattdessen sagt er nun süffisant: „Das muss ein Traum sein“. Immerhin überlebt das Bond-Girl mit dem dämlichen Namen. Die Gespielin mit dem Durchschnittsnamen Jill Masterson (verkörpert von Shirley Eaton) erstickt mit Gold bepinselt auf einem Bett. Entkleidet, versteht sich.

Honor Blackman amüsierte sich sehr darüber, dass Journalisten noch Jahre später Hemmungen hatten, den Namen „Pussy Galore“ in Interviews in den Mund zu nehmen. Sie flocht ihn dann nach eigener Aussage gern extra in ihre Antworten ein.

Noch mehr Körperteil-Lyrik: „Octopussy“

Miss Galore sollte nicht die einzige „Pussy“ in James‘ Bondgirl-Sammlung bleiben. 1983 folgte „Octopussy“ (hier geht's zum TVNOW-Stream) im gleichnamigen Film. Octo = Acht. Ach, lassen wir das. Maud Adams ertrug’s mit Würde. Sie hatte schon 1974 als Andrea Anders in „Der Mann mit dem goldenen Colt“ als dekorative Begleiterin den Bondgirl-Tod sterben dürfen, da kam ihr die selbstbewusstere Zirkusdirektorin recht, auch wenn ihr Name wie eine Männerfantasie hoch acht klingt.

Bond mag's zweideutig: Kissy und Plenty

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Mie Hama als Kissy Suzuki in „Man lebt nur zweimal“

Nicht viel besser traf es Mie Hama. Sie spielte 1967 in „Man lebt nur zweimal“ (können Sie hier streamen) die „Kissy Suzuki“ – klingt nicht umsonst wie „Kiss“ und „Suck“, nur verballhornt mit asiatischem Klang. Im Film wird der Name nicht erwähnt, aber im Abspann und in der Buchvorlage. Mie Hama dürfte dankbar gewesen sein, dass ihr eine Vorstellungsrunde mit anzüglichem Kommentar erspart blieb.

Geheimagent James Bond 007 (Sean Connery) und Plenty O'Toole (Lana Wood). Kinostart: 14.12.1971
James Bond 007: Diamantenfieber © UIP

So eine wie bei Lana Wood. Die beugt sich als Plenty O’Toole in „Diamantenfieber“ (1971, ebenfalls bei TVNOW verfügbar) über James und zeigt ihm ihr üppiges Dekolleté: „Ich bin Plenty“ (plenty, zu deutsch: reichlich), stellt sie sich vor. Man könnte das „I’m Plenty“ aus der englischen Fassung mit „ich habe viel zu bieten“ übersetzen. „Das sehe ich“, kontert 007. Ein Schelm, wer hier Unanständiges denkt. In der deutschen Fassung heißt sie übringens etwas weniger anrüchig Penny. Und Bond kommentiert mit Blick auf ihr Dekolletee: "Die Auslage ist mehr wert."

Genauso wie bei der von Lois Chiles gespielten Holly Goodhead in „Moonraker“ (1979, hier geht's zum Stream) – Head Job ist ein englisches Synonym für Blow Job. Der dämlichste Name ist vielleicht der von Gräfin Lisl von Schlaf, 1981 gespielt von Cassandra Harris im 007-Abenteuer „In tödlicher Mission“ (hier ansehen). Das war dem Verleih für die deutsche Synchron-Fassung dann doch zu offensichtlich. Deswegen heißt sie in unserer Version bei TVNOW deutlich langweiliger Lisa von Sahm. 

Dr. Christmas Jones fordert: keine Namen-Witze!

picture alliance: Denise Richards als Dr. Chrismas Jones
Denise Richards als Dr. Chrismas Jones: Kritiker monierten, dass sie nicht nach Wissenschaftlerin aussieht. © picture alliance

„Keine Witze“, fordert Denise Richards als Dr. Christmas Jones in „Die Welt ist nicht genug“ (1999, können Sie auch hier streamen) mit begründeter Angst von 007. „Ich kenne sie alle“. „Ich mache keine Arztwitze“, beteuert er. In der Schlussszene lässt er dann alles raus, was er sich bis dahin verkniffen hat: „I always wanted to have Christmas in Turkey“ – übersetzt: Ich wollte immer schon Christmas in der Türkei vernaschen.“ Und nach dem erfolgreichen Vernaschen haucht er: „I thought Christmas only comes once a year.“

Fatima Blush - hier ist der Name nicht Programm

Sean Connery als Agent 007 James Bond mit seiner Filmpartnerin Barbara Carrera während der Dreharbeiten zu "Sag niemals nie" 1983. Der Bond-Darsteller Connery, von Roger Moore abgelöst, wollte eigentlich nicht mehr in die Rolle des Agenten seiner Maj
Sean Connery und Barbara Carrera in "Sag niemals nie" © B0193 Bert Reisfeld

Oh, und dann wäre da natürlich noch Fatima Blush – Fatima, arabisch: die Enthaltsame und Blush, englisch: Erröten. Dass dieser Name höchstens ironisch gemeint sein kann, weiß man nach der furiosen Wasserski-Fahrt der Dame im inoffiziellen Bond „Sag niemals nie“ (natürlich auch bei TVNOW zu sehen) von 1983. Mit einem String-Badeanzug bekleidet macht Barbara Carrera Ballettübungen beim Wasserski und rauscht James (hier erneut Sean Connery) direkt in die Arme. „Wie ungeschickt von mir, ich habe Sie ganz nass gemacht. „Mh, aber mein Martini ist trocken geblieben“, gibt er sich ungerührt, „Sie laufen sehr gut Wasserski.“ Darauf Fatima Blush, ohne rot zu werden: „Es gibt viele Dinge, die ich sehr gut mache.“ Bonds hoffnungsvolle Reaktion: „Das glaube ich aufs Wort.“

Xenia Onatopp macht ihrem Namen alle Ehre

Xenia Onatopp (Famke Janssen, li.) und Geheimagent James Bond 007 (Pierce Brosnan) . Kinostart: 28.12.1995
Famke Janssen ist als Xenia Onatopp nicht gern unterlegen © UIP

Nur bei Famke Janssen, die ihre 1995 „Xenia Onatopp“ in „GoldenEye“ (hier kommen Sie direkt zum Film) so herrlich böse gab, war 007 kurz ungläubig. Ihr Name klingt nach dem englischen „on top“ – oben. Noch Fragen? James Bond schon: „Ohne Top?“, fragt er und macht’s damit noch anzüglicher – aber nur in der deutschen Fassung. Am Ende sitzt sie auf ihm und trachtet ihm nach dem Leben. Da soll einer sagen, er wäre nicht gewarnt gewesen.

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