Iris Berben: Ich bin kein Opfer

Iris Berben: Ich bin kein Opfer
Iris Berben nimmt sich das Recht zu flirten © Jens Kalaene/picture-alliance/Cover Images, WENN

Schauspielerin Iris Berben stört sich an einigen Aspekten der aktuellen MeToo-Debatte. Sie wolle nicht als Opfer wahrgenommen werden.

Iris Berben (69) hat sich bereits in der Vergangenheit über die MeToo-Debate öffentlich geäußert und dazu aufgerufen, differenziert an eine solch komplexe Sachlage heranzugehen. In einem aktuellen Interview mit 'Gala' hat sie dies wiederholt, indem sie über Aspekte der Bewegung spricht, die ihr nicht behagen.

Iris Berben hat hart gekämpft

In den 60er-Jahren sei sie für die Rechte der Frau auf die Straße gegangen – und erreichte wichtige Ziele, um die sie nun bange. Auf das Flirten wolle sie etwa nicht verzichten, wie sie erklärt und dabei ausführt: "Weil ich mir auch das Recht nehme, unterscheiden zu können, wo eine solche Debatte Wichtigkeit hat und Schärfe braucht. Aber ich habe auch das Gefühl, uns werden Errungenschaften wieder weggenommen." Wofür Frauen vor 50 Jahren gekämpft haben, dürfe niemand unterschätzen, so Iris weiter: "Mit eigenen Entscheidungen akzeptiert zu werden, Domänen betreten zu können, die sich in der damaligen Zeit den Frauen nicht öffneten. Mich stört in der Diskussion, dass ich nur als Opfer wahrgenommen werde. Ich habe ein anderes Selbstverständnis und Selbstbewusstsein."

Schwierige Debatte

Mit der Wahrnehmung einer Opfer-Rolle, die Frauen zugeschrieben werde, scheint genau das passiert zu sein, wovor Iris Berben Anfang 2018 noch gewarnt hatte. Im Interview mit der 'Zeit' hatte sie nämlich betont, dass es keine "hysterische, voyeuristische Debatte" brauche. Stattdessen müsse man sich differenziert darüber Gedanken machen, wie man mit Machtmissbrauch umgehe und diesen verhindern könne. Dennoch versicherte Berben, dass sie großen Respekt vor den Frauen habe, die im Zuge der #MeToo-Debatte Namen nennen.

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