Hugh Grant: Konfrontation im Wahlkampf

Hugh Grant: Konfrontation im Wahlkampf
Hugh Grant wird nicht überall mit offenen Armen empfangen © Apega/WENN.com, WENN

In 'Tatsächlich Liebe' spielt er den britischen Premierminister, jetzt will Hugh Grant dafür sorgen, dass der Amtsinhaber Boris Johnson abgewählt wird. Der Schauspieler mischt fleißig bei den britischen Parlamentswahlen mit.

Hugh Grant (59) rührt fleißig die Werbetrommel im Kampf um Sitze im Unterhaus: Am 12. Dezember geht Großbritannien wieder einmal an die Urnen, und der Schauspieler ('Vier Hochzeiten und ein Todesfall') mischt seit Tagen kräftig im Wahlkampf mit.

Klinkenputzen mit einem Hollywoodstar

Kurios: Dabei vertritt der Star nicht etwa eine bestimmte Partei. Vielmehr geht es Hugh Grant vor allem um eines: Den Brexit verhindern durch taktisches Wählen in Wahlkreisen, in denen das Ergebnis auf der Kippe steht. Das bedeutet vor allem, in diesen Gegenden Stimmung gegen die Konservativen und den amtierenden Premierminister Boris Johnson zu machen, von dem Hugh Grant glaubt, dass er den Brexit bei einer eindeutigen Parlamentsmehrheit ohne Rücksicht auf Verluste durchziehen wird. Am vergangenen Wochenende (1. Dezember) war der Star mit einer Kandidatin für die Liberal Democrats in Nordlondon Klinkenputzen gewesen. Die Kampagne kam gut an.

Kritik an Hugh Grants Einsatz für Labour

Am Mittwochabend lief es für den Schauspieler allerdings weniger gut. Im Nord-Osten der Hauptstadt wollte sich Hugh Grant für die Labour-Kandidatin Faiza Shaheen stark machen, die den Konservativen den Sitz für Chingford und Woodford Green abspenstig machen will. Doch als der Schauspieler eine Rede hielt, lief diese weitaus weniger gut als die legendäre Ansprache, die er in 'Tatsächlich Liebe' hielt. Der Labour-Partei wird nämlich vorgeworfen, nicht genug gegen Antisemitismus in den eigenen Reihen zu tun. Jüdische Anwohner wollten von Hugh Grant wissen, ob sie wirklich guten Gewissens eine solche Partei wählen können. Viele hielten Plakate hoch, die den Labour-Chef Jeremy Corbyn des Rassismus beschuldigten, vereinzelt wurden Schmähungen gerufen. Doch auch als die Demonstranten den Wahlkämpfern durch den Wahlkreis folgten, ließ sich Hugh Grant nicht beirren: Das Wichtigste seit zurzeit, dass der Brexit verhindert würde. Dafür würde er kämpfen.

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