Heike Makatsch äußert sich zu den #MeToo-Skandalen um Kevin Spacey und Harvey Weinstein

Heike Makatsch: Es geht um die Ausnutzung von Machtverhältnissen
Heike Makatsch © WENN.com, Cover Media

Meinung zum Missbrauchsskandal

Heike Makatsch (46) wünscht sich eine besonnenere #MeToo-Debatte.

Seit im vergangenen Jahr bekannt wurde, dass Filmmogul Harvey Weinstein (65) über Jahrzehnte hinweg immer wieder Frauen gedemütigt, missbraucht und vergewaltigt hat, rollte eine nicht aufzuhaltende Welle durch Hollywood und die Welt. Immer mehr Menschen berichten von ihren Leidensgeschichten, immer mehr Täter werden benannt. Doch es gibt nicht nur Befürworter der Bewegung, die sich unter dem Hashtag #MeToo zusammengefunden hat: Die Kritiker werfen den Anhängern vor, zu rigoros vorzugehen und letztendlich jeden Flirtversuch zu einer Belästigung abzustempeln. In Amerika herrscht dazu ein scharfes "Für uns oder gegen uns"-Klima, das auch in Deutschland zuweilen kritisch gesehen wird.

"Es kommt mir so vor, dass gerade jeder differenziertere Gedanke zum Thema, der vielleicht auch mal eine Ambivalenz benennt oder sogar eine Lanze bricht für die Gegenseite, so an den Pranger gestellt wird, dass es fast schon etwas von einer Meinungsdiktatur hat", sinnierte Heike Makatsch ('Männerpension') beispielsweise im Interview mit der 'Süddeutschen Zeitung'. Für sie sei Weinstein "ein Serienvergewaltiger, ein Psychopath" und deswegen "nicht typisch oder stellvertretend für Männer in einer Machtposition", fuhr die Künstlerin fort, bevor sie auf den Punkt kam:

"Im Kern der Sache geht es aber um etwas viel Größeres: es geht um die Ausnutzung von Machtverhältnissen."

Neben Harvey Weinstein gehört Kevin Spacey (58) zu den Tätern, deren Vergehen für die meiste Aufmerksamkeit sorgten. Der Schauspieler verlor im Zuge des Skandals seine Hauptrolle im Serienhit 'House of Cards' und wurde aus dem Film 'Alles Geld der Welt' sogar nach Drehschluss herausgeschnitten und durch Christopher Plummer (88) ersetzt. Eine der erbittertsten Kämpferinnen der #MeToo-Bewegung ist hingegen Schauspielerin Rose McGowan (44, 'Charmed - Zauberhafte Hexen'), selbst ein Opfer von Harvey Weinstein.

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