Harvey Weinstein legt sich mit seinem Richter an – und verliert

10 Januar 2020: Harvey Weinstein verlässt nach einer Anhörung das Gericht in New York.
10 Januar 2020: Harvey Weinstein verlässt nach einer Anhörung das Gericht in New York. © picture alliance

Erste Niederlage für Harvey Weinstein

Mehr als 80 Frauen haben den ehemaligen Hollywoodproduzenten der sexuellen Nötigung und Belästigung beschuldigt, Anfang des Jahres hat nun das Gerichtsverfahren gegen Harvey Weinstein (67) begonnen. Weinsteins Anwältin zeigt sich zuverlässig, was das Schicksal ihres Mandaten betrifft, trotzdem musste der Filmemacher schon jetzt die erste Niederlage einstecken: Sein Versuch, den verhandelnden Richter James Burke abzusetzen, ist gescheitert.

Ist Harvey Weinsteins Richter Burke voreingenommen?

Die erste Woche seines Prozesses wegen sexueller Übergriffe hätte für Weinstein wirklich besser laufen können. Schon am zweiten Tag war der Filmproduzent scharf vom verhandelnden Richter James Burke ermahnt worden. Der Stein des Anstoßes war das Handy gewesen, das Weinstein wiederholt im Gerichtssaal benutzt hatte. "Mr. Weinstein", hatte Burke den Produzenten zurechtgewiesen, "ich kann gar nicht deutlich genug werden und bitte Sie, die folgende Frage nicht zu beantworten. Sagen sie jetzt wirklich nichts. Wollen Sie wirklich auf diese Art und Weise bis ans Ende Ihres Lebens ins Gefängnis gehen? Indem Sie die Anweisungen des Gerichts missachten?" Das Handy wurde daraufhin zwar nicht mehr gesehen, doch Harvey Weinsteins Anwalt Arthur Aidala störte sich an der Wortwahl Burkes.

Harvey Weinstein ist ein "widerspenstiger Angeklagter"

Aidala reichte daher ein Gesuch ein, den verhandelnden Richter auszutauschen. Es war nicht das erste Mal, dass der Anwalt und der Richter aneinander gerieten, denn Burke hatte bereits eine Verlegung des Verhandlungsortes abgelehnt. Die Kommentare des Richters seien "voreingenommen und hetzerisch" gewesen, glaubt Aidala. Davon will Burke allerdings nichts wissen. Er habe das Recht, einen "widerspenstigen Angeklagten" zurechtzuweisen, der sich einer Anordnung des Gerichts widersetze.

"Es war nicht meine Absicht, Ihren Klienten dafür lebenslang einzusperren", so Burke weiter. Harvey Weinsteins Prozess wird vermutlich rund zwei Monate dauern.

Seit Herbst 2017 werden Weinstein zahlreiche sexuelle Vergehen vorgeworfen. Viele Schauspielerinnen wie Ashley Judd (51), Angelina Jolie (44) und Gwyneth Paltrow (47) beschuldigen Weinstein, sexuelle Übergriffe begangen zu haben. Der Filmemacher selbst bestreitet die Vorwürfe von nicht-einvernehmlichem Geschlechtsverkehr.

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