H.P. Baxxter über den Musikwandel: "Heutige Sachen haben so etwas Kaugummi-Mäßiges"

H.P. Baxxter über den Musikwandel: "Heutige Sachen haben so etwas Kaugummi-Mäßiges"
H.P. Baxxter schwelgt in Erinnerungen © Becher/WENN.com, WENN

Scooter-Frontmann H.P. Baxxter vergleicht im Interview die Musik von damals mit der von heute – und kommt zu einem vernichtenden Urteil.

H.P. Baxxter (55, 'Hyper, Hyper') rockt als Scooter-Frontmann regelmäßig die größten Techno-Hallen der Welt. Der Kultmusiker, der mit bürgerlichem Namen Hans Peter Geerdes heißt, erinnert sich nun im Interview an die Musik seiner Jugend zurück, die ihn einst inspirierte – und kommt zu einem vernichtenden Urteil über aktuelle Künstler.

Von Heavy Rock über New Wave zum Techno

"Musik war als Kind für mich schon sehr wichtig. Ältere Nachbarn haben manchmal auf mich aufgepasst, und durch die bin ich mit Popmusik in Berührung gekommen", plaudert H.P. Baxxter gegenüber 'rp-online' aus. Dabei sei er zunächst besonders von Heavy Rock und New Wave begeistert gewesen. Bis der Musiker schließlich seine große Leidenschaft entdeckte: "Mit 27 ging das dann mit Techno los. Die Rave-Ära war fast wie eine zweite Jugend für mich." Der Rest ist Geschichte: Mit der Dance-Gruppe Scooter wurde H.P. Baxxter zum Weltstar. Doch wenn der mittlerweile 55-Jährige die Musikszene von heute beurteilen soll, lässt er kein gutes Wort übrig.

"Das geht rein und wieder raus"

"Die heutigen Sachen haben so etwas Kaugummi-Mäßiges. Das geht rein und wieder raus. Man hört was, und dann ist es wieder weg. Bis auf wenige Ausnahmen fehlt jeglicher Tiefgang", lautet das vernichtende Urteil des Sängers. Den Grund sieht der Scooter-Frontmann besonders darin, dass Musik für die Massen hergestellt würde: "Heute hat nichts mehr Gültigkeit von dem, womit man selbst aufgewachsen ist. Werte wandeln sich. In meiner Jugend war Kommerz ein absolutes Schimpfwort. Damit wollte niemand was zu tun haben. Und heute ist es nur noch Luxus, Luxus, Luxus. Viel Geld ausgeben ist schick. Das hat sich ins Gegenteil verkehrt."

Früher war alles besser – diesem Credo scheint auch H.P. Baxxter zu folgen. Obwohl er dennoch zugeben muss: "Die Generation, die heute zugange ist, für die ist das normal. Die denkt wahrscheinlich, die Alten spinnen. Und genau so war es ja immer."

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