Guillermo del Toro: Mit den Weinsteins arbeiten war wie Folter

Guillermo del Toro: Mit den Weinsteins arbeiten war wie Folter
Guillermo del Toro © Jaime Espinoza/WENN.com, Cover Media
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Lieber eine Entführung

Guillermo del Toro (53) gönnt Harvey Weinstein (65) seinen Niedergang.

Der Filmemacher ('Hellboy') hatte seine Karriere in Mexiko gestartet, bevor Hollywood auf ihn aufmerksam wurde. 1997 boten Harvey und Bob Weinstein an, seinen nächsten Film für deren Firma Miramax zu finanzieren. Guillermo ging darauf ein und sollte es schnell bereuen, wie er offen im Rahmen des 'London Film Festival' verriet: "Ich habe diese Erfahrung wirklich gehasst. Meine erste amerikanische Erfahrung wäre fast meine letzte gewesen, weil es die Weinsteins waren und Miramax. Ich muss euch sagen, dass zwei furchtbare Sachen in den 90er Jahren passiert sind: Mein Vater wurde entführt, und ich habe mit den Weinsteins gearbeitet. Ich weiß, welches von beiden schlimmer war. Die Entführung ergab mehr Sinn. Ich wusste, was sie wollten."

Guillermo musste unentwegt mit den Produzentenbrüdern um die Besetzung und um die Story selbst kämpfen, da sich das Trio auf nichts einigen konnte und die Weinsteins ständig Änderungen verlangten. Nur selten konnte Guillermo del Toro sich durchsetzen, auch wenn er der Film visuell seinen Vorstellungen entspreche: "In einem unserer ersten Meetings sagten sie: 'Die einzige Regel ist, dass du keine Kinder und Hunde verletzen darfst.' Also habe ich eine Szene gedreht, in der ich zwei Kinder und einen Hund umbringe. Ich weiß nicht, ob das wirklich eine große Leistung ist, aber es hat sich wie eine angefühlt." In 'Mimic' spielte Mira Sorvino (50) die Hauptrolle. Sie war eine der Frauen, die Harvey Weinstein vorwarf, er habe sie dazu nötigen wollen, mit ihm zu schlafen. Guillermo del Toro hat nie wieder mit den Weinsteins gearbeitet.

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