Gil Ofarim über Antisemitismus: Er wurde bereits in der Kindheit mit Judenhass konfrontiert

Gil Ofarim erzählte bei 'Hart aber fair' aus seiner Kindheit
Gil Ofarim erzählte bei 'Hart aber fair' aus seiner Kindheit © imago/Horst Galuschka, Horst Galuschka, imago stock&people

Gil Ofarim über Judenhass in Deutschland

Erst kürzlich ist Gil Ofarims (35) Vater Abi Ofarim (1937 - 2018) verstorben. Am 14. Mai hatte der Musiker bei 'Hart aber fair' mit Frank Plasberg (60) nun seinen ersten TV-Auftritt nach diesen schwierigen Tagen. In der Sendung mit dem Titel "Wie kann das noch sein: Judenhass in Deutschland?" redete der Musiker über ein anderes, aber ebenfalls schwieriges Thema.

"Hakenkreuze auf meiner Schulbank"

Gil Ofarim, der in München zur Schule gegangen ist, habe quasi sein Leben lang mit Antisemitismus in Deutschland zu kämpfen gehabt, wie er erzählt. "Hakenkreuze auf meiner Schulbank" waren keine Seltenheit, einmal im Monat sei bei ihm zuhause Hundekot im Briefkasten gewesen. Antisemitismus komme nicht etwa zurück, denn für ihn sei das alles nicht neues, sondern "Alltag". "Wir kultivieren in Deutschland eine Tradition des Wegsehens", erklärte der 35-Jährige weiter.

Ein ganz bestimmtes Erlebnis wird Gil auf immer verfolgen. "Ich werde nie vergessen, dass mir mal ein Mitschüler gesagt hat: [...] Ey, weißt du, dass Dachau nicht weit weg von hier ist?" Damals habe er nicht gewusst, wie er darauf reagieren sollte, er sei "sprachlos" gewesen. "Das ging zu weit - und das weiß schon ein Fünftklässler."

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