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"Get Lucky - Sex verändert alles" - warum die Entjungferungs-Komödie uns nicht befriedigt

Palina Rojinski in der Sexkomödie „Get Lucky“
01:18 Min

Palina Rojinski in der Sexkomödie „Get Lucky“

von Mireilla Zirpins

Deutsche Kino-Komödien waren zuletzt oft besser als ihr Ruf – denken wir nur an „Fuck ju Göthe“. Die Entjungferungs-Klamotte „Get Lucky – Sex verändert alles“ ist leider ein echter Rückschritt. Als Erwachsener verlässt man eher konträrfasziniert das Kino. Warum wir den pubertären Paarungs-Streifen nicht wirklich empfehlen können, zeigt unser Video - anderthalb Stunden Film in weniger als anderthalb Minuten.

Filmkritikern wird hier nicht die Hose zum Zelt

Sechs Teenies fahren ohne Mama und Papa ans Meer, um es wild zu treiben - entweder miteinander oder mit allem, was nicht bei drei auf den Bäumen ist. Naja, alle bis auf Emma, die Jüngste in der Truppe. Wo die Älteren zumindest meinen zu wissen, wie's geht, hat Emma großen Nachholbedarf in der Theorie. Was ist ein Muschipups, und warum fesselt Papa (von Benno Fürmann etwas überzeichnet) seine neue Flamme? Wie praktisch, dass Emmas Tante Ellen (mit sichtlichem Spaß verkörpert von Palina Rojinski), die auf die bumsfidelen Kids aufpassen soll, "Sexologin" von Beruf ist und alle Fragen mit Geduld anschaulich erläutert.

Wichs-Witzchen und Alberheiten ums allererste Mal sind an sich ja nicht verwerflich und haben jahrelang "American Pie"-Fans bei der Stange gehalten. Hier aber werden die Teeniefilm-Plattitüden etwas konzeptlos aneinandergereiht. Da kann auch ein kurzer Gastauftritt von Jella Haase (Sie wissen schon, die "Chantal" aus "Fack ju Göthe") als Sexshop-Verkäuferin nix rausreißen. Die jungen Schauspieler kennt kaum jemand, und man tut sich schon schwer, sich die Namen der Figuren zu merken.

Aber wir wollen Regisseurin Ziska Riemann (Jahrgang 1973, ihr Erstling "Lollipop Monster" mit Jella Haase heimste einige Preise ein) zugutehalten, dass sie immerhin versucht, bei den Klischees die Diversität im Auge zu behalten. Neben den erwartbaren Spielereien mit den Lust-Toys der Sexpertin und dem immerhin ganz amüsanten Besuch im Dorf-Waxing-Studio (siehe Video!) gibt es eine gleichgeschlechtliche Liebelei zwischen Jungs verschiedener Hautfarben. Und Mädchen, die auf Vaginas starren. 

Riemann geht zumindest völlig unverklemmt mit dem Thema Sexualität bei Jugendlichen um und will nebenbei durchs Internet falsch infomierte Kids aufklären. Aber nackte Haut und Kopulationskomik allein machen noch keine gute Story, und so wünscht man sich sehr bald, der Fessel-Papa möge die Teenies schnell wieder abholen von der Insel.