Geständnis: Drogen an Jugendliche und Cannabis-Anbau

In einer Lagerhalle in Berlin-Marzahn entdeckte die Polizei eine Cannabisplantage mit fast 1000 Pflanzen - fünf Monate später hat ein 42 Jahre alter Geschäftsmann vor dem Landgericht gestanden. Er habe die Plantage aufgebaut, um später einmal in einen legalen Handel mit Betäubungsmitteln einzusteigen, erklärte der Angeklagte über seine Verteidiger. Zum Verkauf von Drogen sei es nicht gekommen, er habe ohne Mittäter agiert. Der Mann soll zudem laut Anklage Drogen an zwei minderjährige Auszubildende weitergegeben haben.

In der Lagerhalle, die laut Ermittlungen zur Firma des Angeklagten gehörte, hatten Polizisten im April 2020 bei einer Durchsuchung eine professionelle Cannabisplantage mit Pflanzen in verschiedenen Wachstumsstadien sichergestellt. Cannabiskraut in 19 Säcken und mehreren Tüten sei beschlagnahmt worden - insgesamt 25 Kilogramm. Die Verteidiger erklärten, es sei Cannabis von "mieser Qualität" gewesen. Der Angeklagte habe Betäubungsmittel auch zum Eigenkonsum angebaut. Der Geschäftsmann leide an einer chronischen Erkrankung und habe Cannabis zur Linderung seiner Schmerzen eingesetzt.

Der 42-Jährige, der nach eigenen Angaben einen Online-Handel betrieb, soll im Sommer 2019 in vier Fällen Drogen an zwei 16- und 17-Jährige zum Verbrauch weitergegeben haben. "Dabei war ihm die Minderjährigkeit der beiden Zeuginnen, die er in seiner Firma als Auszubildende beschäftigt hatte, bekannt", heißt es in der Anklage. So habe er den Jugendlichen je eine Ecstasy-Tablette gegeben.

Vor der Aussage des Angeklagten war es zu einer Verständigung aller Prozessbeteiligten gekommen. Das Gericht hat dem 42-Jährigen bei einem Geständnis eine Strafe von maximal drei Jahren und neun Monaten Haft in Aussicht gestellt. Der Prozess geht am 8. Oktober weiter.


Quelle: DPA