Doch die Krankheit verändert die Trainer-Legende stark

Keine Angst vor dem Tod! Christoph Daum lebt mit der Diagnose Lungenkrebs

Daum kämpft gegen den "Drecksack" in sich
02:48 Min

Daum kämpft gegen den "Drecksack" in sich

von Felix Görner und Jan Luhrenberg

Christoph Daum lässt sich seinen Humor nicht nehmen – auch rund fünf Monate nach der Schock-Diagnose Lungenkrebs nicht! Im RTL-Interview gibt die deutsche Trainer-Legende intime Einblicke in sein Leben mit der Krankheit und beweist hier und da auch mit einem Lachen: Er lässt sich davon nicht entmutigen. Doch spurlos geht der Krebs nicht an Daum vorbei, wie Sie oben im Video sehen.

Krebs-Diagnose ändert das Leben der Trainer-Legende

Denn angefangen mit den vielen medizinischen Behandlungen hat der Krebs das Leben des 69-Jährigen komplett auf den Kopf gestellt. Er habe seine Ernährung angepasst sowie sein ganzes Denken so eingestellt, dass er auch vom Mentalen und Seelischen her gegen die tödliche Krankheit angehe. „Ich würde sagen, mehr als ich kann man nicht machen“, sagt Daum zu RTL. „Wenn es irgendwann mal zum letzten Atemzug kommen sollte, möchte ich sagen können: ,Hey, du hast alles gegeben und alles versucht. Dann brauchst du dir keinen Vorwurf machen.’“

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Das beweist: Die Trainer-Legende (u.a. 1992 Deutscher Meister mit dem VfB Stuttgart) beschäftigt sich schon intensiv mit seinem Ableben. Angst vor dem Tod hat er nach eigenen Angaben aber nicht: „Ich blicke voller Dankbarkeit auf mein Leben zurück, was mir alles ermöglicht worden ist. Ich habe vier wunderbare Kinder, ich habe Enkelkinder, ich habe tolle Freunde, ich habe zwei Drittel von der Welt gesehen.“ Sein großer Wunsch: Wenn er nicht mehr lebt, dann sollen alle ein Fass aufmachen und feiern und nicht traurig sein.

Deutschland, Stuttgart, 17.05.1992, Fussball, Bundesliga, Saison 1991/1992, VfB Stuttgart, Empfang nach dem Gewinn der deutschen Meisterschaft im Neckarstadion: Christoph Daum (Trainer) mit der Meisterschale. Foto: Herbert Rudel
In der Saison 1991/1992 gewann Daum mit dem VfB Stuttgart die Deutsche Meisterschaft. © picture alliance, Herbert Rudel

"Der Drecksack sitzt in meinem Körper"

Daum ist natürlich bewusst: Er kann an der Krankheit sterben. An manchen Tagen erinnert der Krebs ihn mit voller Wucht daran. „Ich bin nicht gesund“, sagt Daum. Es gebe Momente, da könne er nicht stark sein. Er sei nicht immer gut drauf, manchmal müde und antriebslos, dann sei der Stecker gezogen. Er fühle sich dann apathisch, wolle mit niemandem reden, ziehe sich zurück und habe keinen Appetit. Das belastet Daum zuweilen sehr. „Und dann kommen auch so blöde Fragen auf: Warum passiert ausgerechnet mir das?“

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Von diesen schlechten Tagen will sich Daum aber so wenig wie möglich anmerken lassen, wie er im RTL-Interview gesteht: „Ich möchte natürlich auch einen positiven Eindruck machen und nicht als Leiden Christoph durch die Gegend laufen – das ist nie mein Ding gewesen.“ Er betont: Er sei schon immer ein Kämpfer gewesen, das sei nun nicht anders. „Nur der Drecksack, der sitzt jetzt in meinem Körper. (...) Aber auch den lasse ich nicht zur Ruhe kommen. Auch den werde ich bekämpfen, weil ich nichts anderes gelernt habe.“

Krankheit ist noch nicht besiegt

Trotz des Krebs-Schocks blickt Daum zuversichtlich in die Zukunft. Die heimtückische Krankheit – wie er sie selbst nennt – muss er aber wohl mit einer zweiten Chemotherapie besiegen. „Einige Krebszellen sind noch aktiv“, sagt Daum. Gegen Ende des Jahres, in ungefähr acht oder neun Monaten, will er sagen können: Entweder sind alle Krebszellen eliminiert oder so weit unter Kontrolle, dass beide friedlich miteinander leben können.

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Derzeit prüfen seine Ärzte, welche Therapien und Medikamente genau dabei helfen könnten. Eine Operation sei hingegen ausgeschlossen, wie Daum verrät. Der Grund: Die Krebszellen sind zu verästelt und verstreut. Doch auch diese Hiobsbotschaft lässt den 69-Jährigen nicht verzweifeln – er hat ja noch seinen Humor.

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