Wie es zum schwarzen F1-Mercedes kam

Hamilton ergreift Initiative

Statt dem üblichen Silber setzt Mercedes in der F1-Saison 2020 auf einen schwarzen Boliden. Wie Teamchef Toto Wolff nun erklärt, kam der Anstoß für die neue Lackierung von Weltmeister Lewis Hamilton. Doch diese Aktion sei erst der Anfang.

Schwarzer Mercedes kein PR-Gag

Im Interview mit dem „Standard“ erzählt Wolff, wie Hamilton ihn überzeugte: „Lewis wollte von mir wissen, welches Zeichen wir als Team setzen können. Etwas, das über zwei Postings auf Instagram hinausgeht." Aus dem Gespräch entstand dann die Idee, mit einem schwarz gefärbten Wagen in Österreich an den Start zu gehen. 

„Der Vorstand von Daimler und die Sponsoren haben uns sofort unterstützt", erklärt Wolff die schnelle Umsetzung des Plans. Die Aktion will er nicht als PR-Gag: "Die richtigen Überzeugungen sind nicht genug, wenn wir stumm bleiben. Wir möchten daher unsere Stimme und unsere Plattform nutzen, um uns für Respekt und Gleichberechtigung einzusetzen."

Mercedes macht es Hamilton nach

Mit einem Beispiel zeigt der 48-Jährige, dass es selbst im Mercedes-Teams strukturelle Probleme beim Thema Vielfalt gibt: „Nur drei Prozent unserer Belegschaft gehören einer ethnischen Minderheit an, nur zwölf Prozent sind Frauen. Dieser Mangel an Vielfalt zeigt, dass wir neue Ansätze benötigen. Es gibt viel Talent, dem die Tür zur Formel 1 bisher verschlossen blieb. Das wollen wir ändern."

Wenn der Hersteller diesbezüglich wirklich etwas unternehmen möchte, ist Hilfe nicht weit. Lewis Hamilton gründete zuletzt selbst eine Kommission, die sich für mehr Diversität im Rennsport einsetzt. Sollte die Kooperation von Mercedes und Hamilton auch nur halbwegs so gut klappen wie auf der Strecke, könnte gemeinsam vieles erreicht werden.