Filmkritik zu 'Star Wars: Die letzten Jedi': Daisy Ridleys 'Rey' ist die neue Heldin

Achter Teil der 'Star Wars'-Saga mit Mark Hamill, Carrie Fisher, Daisy Ridley und Adam Driver

Erstaunliche Töne schlägt der achte Teil der Sternenkrieger-Saga 'Star Wars' an. Nach einer Materialschlacht zum Auftakt – die Reihe heißt ja nicht umsonst auf Deutsch "Krieg der Sterne“ ' – schaut der neue Regisseur Rian Johnson ('Brick') tief in die verwundeten Seelen seiner Helden – vor allem in die von Schwarzkutten-Träger Kylo Ren.

Die Rückkehr des Jedi-Rentners

Daisy Ridley spielt in 'Star Wars 8' zum zweiten Mal die stürmische Rey
Mit dem Lichtschwert kann sie schon gut umgehen: Daisy Ridley als Rey © Disney

"Ich habe mir deinen Tagesablauf angeschaut. Du machst nicht wirklich viel“, sagt Youngster Rey  etwas respektlos zum Jedi-Rentner Luke Skywalker. Und dass die Autoren der Fortsetzungen keinerlei Skrupel haben im Umgang mit dem Evangelium des George Lucas, dem Schöpfer von 'Star Wars', bewiesen sie in Episode VII. Da ließ der zornige Jungspund Kylo Ren seinen Vater Han Solo buchstäblich in der Versenkung verschwinden: Er stieß ihn eher beiläufig in einen Abgrund. Ein reichlich unrühmliches Ende für Han Solo (Harrison Ford), der vielen Fans als die coolste Figur in der ganzen Galaxie galt.

Wir treffen Rey und Luke Skywalker genau da wieder, wo uns der Cliffhanger am Ende von J.J. Abrams' siebtem Teil über ihr Schicksal im Ungewissen ließ: Auf einer ebenso pittoresken wie verlassenen Insel, deren in den Felsen gehauene Treppenstufen geradezu in den Himmel zu führen scheinen. 

Der jugendliche Held von 'Star Wars' ist heute Rey, ein Mädchen in Dreiviertel-Hosen

Die 2016 verstorbene Carrie Fisher ist in 'Star Wars' in einer ihrer letzten Rollen zu sehen
Carrie Fisher: Aus der Prinzessin im Bikini wurde General Leia Organa © Lucasfilm / Disney

Dort, in den Resten eines alten Jedi-Tempels, fristet der gealterte und gebrochene Luke Skywalker sein Dasein. Er war der jugendliche Held in den ersten drei 'Star Wars'-Streifen in den 1970er und 80er Jahren und wird wie damals gespielt von Mark Hamill, der auch schauspielerisch im Vergleich zu damals wohltuend gereift ist. Die juvenile Heldenfigur ist jedoch im 21. Jahrhundert eine Frau: Die 25-jährige Daisy Ridley, die schon im letzten Teil zeigte, wer im 'Star Wars'-Universum die Dreiviertel-Hosen anhat.

Heute unterstützt sie tat- und schlagkräftig Leia Organa (die 2016 verstorbene Carrie Fisher in einer ihrer letzten Rollen). Und Leia muss sich auch nicht mehr im Bikini retten lassen. Die Prinzessin von einst ist heute General der Resistance. Sie befehligt mit viel Herz, aber ohne Nachsicht die paar Widerstandskämpfer, die dem Führer der bösen Ersten Ordnung, Supreme Leader Snoke (wie immer eine Schau: Andy 'Gollum' Serkis), das Handwerk legen wollen.

Adam Driver legt die Maske ab und zeigt uns den wahren Kylo Ren

Adam Driver spielt in 'Star Wars' wieder den Kylo Ren
Adam Driver zeigt uns den Mann unter der Maske von Kylo Ren © Lucasfilm / Disney

Die wilde Rey aber braucht dringend Training, um ihre Kräfte richtig einsetzen zu können. Das Angebot von Vatermörder Kylo Ren hat sie im letzten Film ausgeschlagen. Der hat ja auch ganz klar ein Problem mit seinem Anger Management. Als erstes fällt sein schicker Darth-Vader-Gedächtnishelm einem Wutanfall zum Opfer. So bekommen wir dieses Mal richtig viel von Adam Driver zu sehen, der seinen Kylo Ren als herrlich schwachen Bösewicht anlegt.

Nun hofft Rey also auf Jedi-Urgestein Luke Skywalker als Lehrer, doch der will nicht so recht. Was er für ein Päcklein mit sich schleppt und was Rey und Kylo Ren gemeinsam haben, wollen wir hier nicht verraten. Nur so viel: Es gibt reichlich Blechschaden, es werden eifrig die Lichtschwerter geschwungen, und es wird für einen 'Star Wars'-Streifen erstaunlich viel in die verwirrten Seelen der Figuren geblickt.

In 'Star Wars: Die letzten Jedi' kommt keine Langeweile auf!

Dazu tauchen alte Bekannte wieder auf - und auf beiden Seiten neue Köpfe. Den größten Niedlichkeitsfaktor hat diesmal sogar nicht der drollige Droide BB-8, sondern gefiederte Viecher mit gaaanz großen Augen. Jaja,  'Lucas Film' gehört jetzt Disney. Für jeden also etwas dabei in der weit, weit entfernten Galaxis. Langeweile kommt garantiert nicht auf in den 151 Minuten, die sich anfühlen wie anderthalb Stunden.