Gipfeltreffen der Spider-Man-Schurken

Filmkritik „Spider-Man: No Way Home“ - ist der Hype gerechtfertigt?

Über den Dächern New Yorks: MJ (Zendaya) und Peter Parker alias Spider-Man (Tom Holland)
In luftiger Höhe: MJ (Zendaya) und ihr Spider-Man (Tom Holland) © 2021 CTMG Marvel

Kinostart: 15. Dezember 2021

von Mireilla Zirpins

Wenn Sie sich spontan überlegen, sich einen grauen Dezember-Nachmittag oder -Abend mit dem neuen Spider-Man-Abenteuer zu versüßen, sollten Sie dringend Tickets reservieren. Das haben vor Ihnen nämlich schon viele Fans getan, die sehnlichst auf „Spider-Man: No Way Home“ gewartet haben. Ist der Hype aus Kritikersicht gerechtfertigt?

Und auch wenn einiges schon durchgesickert war oder durch diverse Trailer verraten wurde: Wir werden hier nicht spoilern, denn es gibt Menschen, die sich wirklich überraschen lassen wollen.

Spider-Man: Der Teaser-Trailer
02:51 Min

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Darum geht's in „Spider-Man: No Way Home“?

Für alle, die den letzten Film geschwänzt haben: Nach all den Jahren als unbekannter Helfer hatte der böse Mysterio die Identität des Spinnenmannes enthüllt. Und so leidet der arme Peter Parker (Tom Holland) nun darunter, dass alle wissen, dass er im Spider-Man-Kostüm steckt. Dazu steht er erstmal unter Mordverdacht, bekommt aber äußerst prominente Hilfe. Dann droht das nächste Ungemach: Der Platz an der Traum-Uni wird Peter wegen dieses Skandals verwehrt – und seiner Liebsten MJ (Zendaya) und seinem besten Freund Ned (Jacob Batalon) gleich mit. Es könnte wahrlich besser für Peter laufen...

In seiner Not wendet er sich schließlich an seinen alten Avengers-Kumpel Doctor Strange (Benedict Cumberbatch), mit der Bitte alles wieder gerade zu rücken, indem er das kollektive Gedächtnis löscht. Wäre natürlich zu schön, um wahr zu sein und so geht gleich mal gründlich alles schief. Und dann haben wir es auf einmal mit vielen alten Bekannten aus dem Marvel-Multiversum zu tun – das war ja schon in den diversen Trailern zu sehen. So schön, dass mit Willem Dafoe unser liebster Spider-Man-Antagonist zurück ist! Dass hier Bösewichte aus den Spider-Man-Filmreihen mit Tobey Maguire und Andrew Garfield reaktiviert werden, führte im Vorfeld schon zu wilden Fan-Spekulationen. Und ja, viele dieser Wünsche erfüllen sich auf der Leinwand, manchmal sogar anders als erwartet.

Spider-Man: Der offizielle Trailer
02:47 Min

Spider-Man: Der offizielle Trailer

Ist „No Way Home“ was für Menschen, die noch nie einen Spider-Man-Film gesehen haben?

Willem Dafoe kehrt zurück als Green Goblin
Green Goblin: Drin steckt wieder Willem Dafoe © SONY PICTURES RELEASING GMBH, CTMG Marvel

Ganz ehrlich: Wenn Ihnen das bei den Avengers zu viele Superhelden waren oder Sie noch nie einen Spider-Man-Movie gesehen haben, dann ist das hier nichts für Sie. Denn sie werden über die Hälfte der Gags nicht lachen können und nicht wissen, woher Sie die Herrschaften in ihren bizarren Erscheinungen kennen sollen.

Und Überraschungen gibt es reichlich. So reichlich, dass der Film 150 Minuten dauert. Die wären jetzt nicht alle unbedingt nötig gewesen. Aber Hollywoods A-Lister wollen eben auch ein bisschen Screentime haben, wenn sie schon ausrücken, um Spider-Man zu assistieren oder ihm Dampf unterm Trikot zu machen. Das Ganze hätte von uns aus gern stellenweise lustiger sein können, aber im Vergleich zu den flott-flapsigen Vorgänger-Streifen mit Tom Holland traut sich „Spider-Man: No Way Home“ an richtig große Gefühle – und dieser Spagat gelingt.

Wer Spider-Man liebt, kommt hier richtig auf seine Kosten. Es stehen zwar stellenweise ein paar Superhelden oder -schurken zu viel im Bild herum, aber die zum Teil doch schon älteren Herrschaften bilden einen hübschen Kontrast zu den drei quirligen Teenagern. Die Chemie stimmt vor allem zwischen Tom Holland und Zendaya, bei denen wir davon ausgehen dürfen, dass sie auch privat ein Paar sind. Doch es gibt auch ernstere Töne bei einem sichtlich gereiften Spider-Man, sodass wir uns am Ende fragen müssen, ob das zumindest für Tom Holland der letzte Einsatz im Spandex-Anzug war. Diese Frage lässt Regisseur Jon Watts geschickt offen.

Für wen lohnt sich das Kino-Ticket?

Für Fans lohnt sich „Spider-Man: No Way Home“ auf jeden Fall, alle anderen bekommen trotzdem eine schöne Coming-Of-Age-Geschichte mit astreiner Action zu sehen. Wenn sie den liebevollen Fanservice in vollen Zügen genießen wollen, schauen besser vor oder nach dem Film mal in den einen oder anderen Spider-Man- oder Marvel-Film rein.

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