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Filmkritik „Maleficent 2“ mit Angelina Jolie: Wenig zu tun für den Star

Wenig zu tun für Angelina Jolie
01:16 Min Wenig zu tun für Angelina Jolie

von Cedric Schmidt

Es wird wieder märchenhaft: In "Maleficent 2" darf sich Hauptdarstellerin Angelina Jolie erneut mit einer fiesen Intrige herumschlagen. Ob sich das Kinoticket lohnt, erfahren Sie im Video. 

Achtung, die Kritik enthält leichte Spoiler!

Prinzessin Aurora (Elle Fanning) ist erwachsen geworden und verkündet ihrer Ziehmutter Maleficent (Angelina Jolie), dass Prinz Phillip (Harris Dickinson) um ihre Hand angehalten hat. Miesmütig stellt sich die dunkle Fee der unausweichlichen Familienzusammenführung. Während König John (Robert Lindsay) begeistert auf die Verschmelzung der Häuser reagiert, scheint Königin Ingrith (Michelle Pfeiffer) Böses im Sinn zu haben.

Auf dem festlichen Bankett kommt es zum Eklat zwischen Maleficent und den Adligen. Alsbald fällt König John in den gleichen Schlaf wie einst Aurora. Für alle ist klar: Nur Maleficent kann schuld an diesem Fluch sein. Es bleibt ihr nur die Flucht, auf der sie schwer verletzt wird. Ein Unbekannter eilt ihr zwar zur Hilfe, doch könnten seine Bemühungen zu spät sein: Der Krieg zwischen den Menschen und den mystischen Wesen des Moores scheint unausweichlich...

Fortsetzung von Angelina Jolies erfolgreichstem Film

​Bei Fortsetzungen stellt sich immer die Frage, ob sie denn notwendig sind. Gibt es eine Geschichte zu erzählen, oder wird sie erzählt, damit die Kasse weiter klingelt.

Nach dem Erfolg von "Maleficent"* aus dem Jahr 2014 war eine Fortsetzung quasi unvermeidbar. Dass Disney da an einer Fortsetzung interessiert war, liegt auf der Hand. Und so viel sei verraten: Das Sequel kämpft - trotz fünf Jahren Entwicklungszeit - mit großen Schwierigkeiten. Doch zunächst das Positive.

Kunterbunte, filmgewordene Märchenwelt

Die Welt von "Maleficent: Mächte der Finsternis" ist ein filmgewordenes Märchenbuch. Trotz Regiewechsels von Robert Stromberg zu Joachim Rønning sind wie im Vorgänger der Fantasie abermals keine Grenzen gesetzt. Die Effekte sehen noch besser aus als im ersten Teil und die Bewohner des Moores wirken entgegen ihrer (gewollten) Überzeichnung realistischer aus denn je. Doch reicht das für einen guten Film?

Lieblos zusammengestellte Geschichte

Die Geschichte von "Maleficent 2" wirkt insgesamt unnötig. Zwar bedient sich die Fortsetzung an dem erfolgreichen Geheimrezept des ersten Films - das vertraute Setting und mehr, mehr, mehr von den Stärken des Vorgängers - das will aber nicht so recht funktionieren. Die Story ist wieder sehr verzwickt, will dabei aber tiefgründiger sein, als sie es letztlich ist.

Es geht um Liebe, Betrug und am Ende folgt die große Schlacht mit der anschließenden (Disney-typischen) Traumhochzeit. Lieblos aneinandergereihte Eckpunkte werden abgearbeitet, sodass der Film wie ein Puzzle aus einem 1x1-Drehbuchbaukasten für maximale Emotionsflut wirkt - nur eben ohne am Ende ein stimmiges Bild zu ergeben. So ergeben sich auch Stimmungsschwankungen, die zwar einer Achterbahnfahrt gleichen, jedoch vom Zuschauer nicht mehr nachvollziehbar sind.

Massenmord trifft Happy End

Ein Beispiel: Kurz nachdem - zwar charakterlich eher blass gebliebene - Figuren effektvoll pulverisiert wurden (bitte wörtlich nehmen), liegen sich plötzlich alle Seiten in den Armen, um gemeinsam zu feiern. Massenmord trifft Happy End. "Soldat James Ryan" auf "Tatsächlich... Liebe". Die Tiefpunkte sind zu traurig, die Höhepunkte zu blumig. Und in alledem steckt Angelina Jolie, die trotz Titelrolle erstaunlich wenig zu tun bekommt. Zwar versprüht der Hollywood-Star viel Spaß beim Spielen seiner Rolle, doch täuscht das eben nicht über die Qualität des Filmes hinweg. Sie bleibt einer der wenigen Lichtblicke.

Fazit

"Maleficent: Mächte der Finsternis" sieht fantastisch aus, kann aber trotz raffinierter Kameraarbeit und bombastischen Effektgewitters, nicht über seine (überflüssige) Künstlichkeit hinwegtäuschen. Zwar steht Maleficent im Titel, jedoch bekommt Angelina Jolie erstaunlich wenig Leinwandzeit. Aufgrund seiner emotionalen Extrem-Schwankungen ist er darüberhinaus für Kinder absolut ungeeignet (die FSK vergibt eine Altersfreigabe ab 12) - da kann auch das kitschige Märchenende nichts dran rütteln. Wer den ersten Teil mochte, sollte sich das Ticket für die Fortsetzung sparen - alle anderen sowieso.

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