Filmkritik "Cats" - Schwache Musical-Verfilmung wird viele Fans enttäuschen

"Cats"-Verfilmung sorgt für Katzenjammer
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"Cats"-Verfilmung sorgt für Katzenjammer

von Theresa Maas

Schon vor Kinostart war "Cats" wohl einer der meistdiskutierten Filme des Jahres. Es war nur eine Frage der Zeit, bis das Musical von Andrew Lloyd Webber auf die große Leinwand kommt. Denn "Cats" gilt mit mehr als 80 Millionen Zuschauern in 50 Ländern als das erfolgreichste Bühnenstück der Welt. Doch die Verfilmung des Musical-Klassikers von Regisseur Tom Hooper ("The King´s Speech") wird wohl viele Fans enttäuschen. Denn sie ist trotz Starbesetzung eher ein optischer Katzenjammer. 

Gewöhnungsbedürftige Optik ist nicht das einzige Problem

Von Beginn an hatte es "Cats" - gelinde gesagt - nicht leicht. Als im Juli der erste Trailer erschien, ging ein Aufschrei durchs Netz: Der seltsame Look der Katzen-Menschen irritierte viele Zuschauer und sorgte in den sozialen Medien für reichlich Häme. Trotz Last-Minute-Nachbesserungen ist die Optik aber weiterhin das größte Problem des Films - abgesehen von den deutschen Gesangspassagen und der eher inhaltslosen Geschichte. 

In punkto Handlung macht die Kino-Adaption nämlich ähnlich der Musical-Vorlage nicht viel her. Die Katze Victoria (Newcomerin Francesca Hayward) wird von ihren Besitzern auf einer Müllhalde ausgesetzt. Dort trifft sie auf eine Schar von Straßenkatzen, den Jellicle-Katzen, die sie sofort in ihren Kreis aufnehmen. Die fellinen Freunde bereiten den alljährlichen Jellicle-Ball vor, an dessen Ende eine Katze vom weisen Oberhaupt Alt-Deuteronimus (Judi Dench) ausgewählt wird, um in ein neues Leben im sphärischen Raum zu entschwinden.

Katzen wie Opfer missglückter Schönheitsoperationen

Könnte alles so schön sein, wenn da nicht Bösewicht-Kater Macavity (Idris Elba) wäre. Er versucht die Wahl zu sabotieren, um selbst zu gewinnen. Ohne Erfolg. So bleibt als einziger Spannungsbogen die Frage, welche Katze am Ende erwählt wird. Und für die Antwort braucht es echtes Durchhaltevermögen, denn gerade in der zweiten Hälfte rund um den Jellicle Ball ist der knapp zweistündige Film sehr langatmig. Daran kann auch der starbesetzte Cast angeführt von Taylor Swift, Jennifer Hudson, Jason Derulo, James Corden und Rebel Wilson nichts ändern. 

Womit wir wieder bei der desaströsen CGI-Technik des Films sind. Denn im Vergleich zum Remake von "König der Löwen" - einem bildstarken CGI-Abenteuer - wäre hier wohl weniger mehr gewesen. Um die Schauspieler in katzenhafte Gestalten zu verwandeln, wurden sie mit einem speziellen Mix aus Bewegungs-Erfassungs-Technologie und Computergrafik mit Fell, Schnurrhaaren, Schwänzen und Ohren ausgestattet. Doch das Ergebnis ist alles anderes als ästhetisch und lässt die Katzen wie Opfer missglückter Schönheitsoperationen aussehen. 

Deutsche Version mit deutschen Liedern

Abstriche muss der Zuschauer ebenfalls bei der deutschen Synchronfassung machen: Nicht nur der gesprochene Text, auch alle Songs wie die stimmgewaltige Ballade "Memory" wurden synchronisiert. Dadurch geht viel Gefühl verloren - obwohl die deutschen Stimmen in den Gesangspassagen toll sind. Aber: Den Film in der Originalversion zu sehen, ist sicher lohnenswert. Gewisse Englischkenntnisse sollten allerdings vorhanden sein, da die Geschichte von "Cats" hauptsächlich über die Lieder erzählt wird. 

Zusammengefasst lässt sich sagen, dass "Cats" sicherlich kein Meisterwerk ist. Wer aber über den gewöhnungsbedürftigen Look der Katzen hinweg sehen kann und das Genre mag, der dürfte genauso viel Spaß haben wie bei einer Musical-Aufführung von "Cats". Der Film läuft seit dem 25. Dezember in den deutschen Kinos.