Felicitas Woll bekam Rolle nicht, weil sie „eindeutiges“ Angebot ablehnte

Felicitas Woll gelang durch die Hauptrolle in "Berlin, Berlin" 2001 der Durchbruch in der deutschen Schauspielbranche.
Felicitas Woll gelang durch die Hauptrolle in "Berlin, Berlin" 2001 der Durchbruch in der deutschen Schauspielbranche. © dpa, Britta Pedersen, nic kno alf

Schauspielerin Felicitas Woll über die Schattenseite ihrer Branche

Seit 2001 ist Felicitas Woll aus der deutschen Schauspielbranche nicht mehr wegzudenken. Der 41-Jährigen gelang der Durchbruch mit ihrer Hauptrolle „Lolle“ in „Berlin, Berlin“ – und sie bekam dafür sogar den Grimmepreis, einen Emmy und den Deutschen Fernsehpreis. Nun spricht die erfolgreiche Schauspielerin aber über die dunkle Seite ihrer Branche, in der Macht oft missbraucht wird. Auch die zweifache Mutter hat das schon erlebt.

„Bekam plötzlich ein ziemlich eindeutiges Angebot“

Von Hollywood-Produzent Harvey Weinstein (68), über den gefallenen Serien-Star Bill Cosby (83) bis hin zum deutschen Regisseur Dieter Wedel (81) – spätestens seit des „MeToo“-Skandals werden regelmäßig Stimmen laut, die insbesondere Männern der Film-und Fernsehebranche sexuellen Missbrauchs vorwerfen. Auch Felicitas Woll hat bereits eine solche Erfahrung machen müssen, wie sie im „Bild“-Interview erzählt. „Ich war für eine Rolle vorgesehen und bekam plötzlich ein ziemlich eindeutiges Angebot.“, so die Schauspielerin. Sie lehnte das unmoralische Angebot ab, was natürlich Konsequenzen für den Job hatte: „Als ich dies ausschlug, war kurz danach die Rolle weg.“

Nicht jeder habe die Kraft, „Nein“ zu sagen

Für Felicitas habe kein Zweifel an ihrer Reaktion bestanden. „Für mich war immer klar, dass ich keine Lust habe, mich bedrängen oder an die Wand stellen zu lassen, nur um zu bekommen, was ich in diesem Moment vielleicht möchte“, erklärt die 41-Jährige. Sie habe „Mut“ und „Selbstwertgefühl“ gehabt, um sich zu wehren. Doch sie verstehe auch, dass nicht jeder ausreichend Kraft hat, um sich zu wehren.