FC Bayern scheitert surreal und dramatisch

Flick: "Schade! Trotzdem muss ich Team Kompliment machen"
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Flick: "Schade! Trotzdem muss ich Team Kompliment machen"

PSG "rächt" sich am FC Bayern

Aus der Traum von der Titelverteidigung: 233 Tage nach dem Triumph von Lissabon ist Triple-Sieger Bayern München unsanft aufgeschlagen. Die ersatzgeschwächte Mannschaft von Trainer Hansi Flick gewann zwar das Viertelfinal-Rückspiel bei Paris St. Germain um die Superstars Kylian Mbappe und Neymar glücklich mit 1:0 (1:0), verpasste im "Finale reloaded" nach dem 2:3 zuhause aber trotzdem das erhoffte Fußball-Wunder. Die Hypothek war zu groß.

Dem FC Bayern fehlt der Killerinstinkt

Der erfolgsverwöhnte Rekordmeister kann nach dem blamablen DFB-Pokal-Aus in dieser Saison „nur“ noch die Meisterschaft gewinnen. Der ehemalige PSG-Profi Eric Maxim Choupo-Moting brachte die Bayern in der 40. Minute mit der ersten Chance äußerst überraschend in Führung. Doch der Treffer und ein überragender Manuel Neuer waren diesmal gegen PSG zu wenig.

Paris nahm dadurch erfolgreich Revanche für das 0:1 im Endspiel der Königsklasse vor knapp acht Monaten. Den Bayern fehlte im Prinzenpark ohne den verletzten Weltfußballer Robert Lewandowski wie schon im Hinspiel der nötige Killerinstinkt. PSG trifft in der Vorschlussrunde nun auf Borussia Dortmund oder auf Pep Guardiolas Manchester City am 28. April und 5. Mai.

Rückschlag schon vor dem Anpfiff

Einen Rückschlag gab es schon vor dem Anpfiff des 100. Münchner K.o.-Spiels in der Königsklasse. Die Hoffnung auf einen Einsatz von Nationalspieler Leon Goretzka erfüllte sich für Flick nicht. Er fehlte wie Lewandowski, Serge Gnabry, Niklas Süle, Marc Roca, Corentin Tolisso und Douglas Costa. PSG musste auf Kapitän Marquinhos verzichten. Trotz aller Probleme forderte Flick sein Team kurz vor dem Spiel bei Sky noch einmal auf, "all in" zu gehen. Mut machte von zuhause auch Lewandowski mit einem Video: "Ich glaube an euch, Jungs. Pack ma's."

Der Start der Bayern war jedoch nicht gerade vielversprechend. Mbappe, zweifacher Torschütze von München, tauchte bereits in der 3. Minute frei vor Torwart Manuel Neuer auf, verzog jedoch. Kurz darauf scheiterte Neymar an Neuer (10.). Die Münchner waren um Kontrolle bemüht. Den Offensivaktionen fehlte jedoch zunächst das von Flick geforderte Feuer. Erst nach knapp einer halben Stunde näherten sich die Bayern bei Schüssen von Leroy Sane und Joshua Kimmich vorsichtig dem PSG-Tor an.

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Irres Pech für Neymar

Deutlich gefährlicher blieb Paris, doch Neuer hielt seine Bayern in diesem furiosen Spiel, als er mit tollen Reflexen gegen Neymar klärte (28. und 34.). Zudem traf der auffällige Brasilianer bei einem sehenswerten Schlenzer nur die Latte (37.), anschließend den Pfosten (39.). Dieser Chancenwucher sollte sich rächen. Choupo-Moting traf per Kopf, nachdem zuvor Keylor Navas gegen David Alaba noch retten konnte. Die Partie erinnerte fatal an das Hinspiel - nur diesmal mit vertauschten Rollen.

Nach dem Wechsel hätte Alaba das Geschehen schnell völlig auf den Kopf stellen können, sein Schuss ging jedoch um Zentimeter am Tor vorbei (47.). In der Folge entwickelte sich ein völlig offenes und brutal intensives Spiel mit Chancen auf beiden Seiten. Nur wenigen Sekunden nach Alaba hatte Neymar die Monsterchance zum Ausgleich, grätschte aber aus drei Metern freistehend am Ball vorbei. Der starke Angel di Maria hatte die Chance spektakulär vorbereitet. In der Schlussphase warfen die Bayern alles nach vorne, aber ohne Erfolg. Die Gastgeber spielten ihre Konter bisweilen höchst fahrlässig zu Ende.

"Im Hinspiel in München hatten wir bei den vielen Chancen einfach zu wenig Tore gemacht. Wir waren in beiden Spielen die bessere Mannschaft. Wir hatten Pech, dass wichtige Spieler nicht dabei waren“, analysierte Coach Flick. „Die Mannschaft hat alles probiert, war aber nicht ganz so entschlossen. Wir müssen das jetzt akzeptieren."