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'Fast & Furious 8': Kein Paul Walker, keine Familie mehr?

Rasante Wendung – starke Effekte

Die beliebte Actionfilm-Serie weiterzuführen, war nach dem Tod von Paul Walker ein schwerer Schritt für die 'Fast and Furious'-Stars. Vin Diesel (Dominic Toretto/Mit-Produzent) sprach bei der Filmpremiere in London aus, was allen bewusst war: "Es gab keine Sekunde, in der wir nicht darüber nachgedacht haben, wie wir etwas produzieren, das unseren Bruder Paul mit Stolz erfüllen würde." Dafür haben die Macher einiges gewagt – mit Erfolg? 

4 von 5 Punkten

Von Sebastian Wieseler

Grenzen überschreiten. Das ist der Ansatz, den die Produzenten für den ersten Film ohne Paul Walker gewählt haben. Die Familie als zentrales Element aller bisherigen Filme der Reihe bleibt zwar im Fokus: Aber Letty (Michelle Rodriguez), Roman Pearce (Tyrese Gibson), Tej Parker (Ludacris) und Ramsey (Nathalie Emmanuel) müssen ohne ihr Familienoberhaupt auskommen.

Dom hat sich der durch und durch bösen Cipher (hervorragend: Charlize Theron) angeschlossen – aus ebenso überzeugendem wie unvorhersehbarem Grund. Diese Wendung des sonst so familiengebundenen Dominic Toretto, der seine eigenen Regeln bricht, ist ein starker Schnitt, der aber nicht für jeden überzeugend ist. Daraus entbrennt ein packender Kampf des früheren Anführers mit seinem Team, das überraschende Unterstützung erfährt.

Charlize Theron komplettiert gemeinsam mit Scott Eastwood (bleibt als Little Nobody blass) und Helen Mirren (Magdalene Shaw) den mit Stars gepickten Cast. In ihren altbekannten Rollen profitieren merklich auch Dwayne 'The Rock' Johnson und Jason Statham vom frischen Wind: Sie dürfen den Spaßfaktor im neuen 'Fast & Furious' mit einer kräftigen Prise Humor in neue Höhen treiben. Das wortgewaltige Spiel der beiden Kontrahenten, die zusammenarbeiten sollen, ist eine wahre Freude. 

Als erstes US-Filmteam auf Kuba gedreht

Cipher (Charlize Theron) und Dominic Toretto (Vin Diesel) auf Kuba.
Dom (Vin Diesel) trifft auf Kuba erstmals Cipher (Charlize Theron). © Universal, Matt Kennedy

So weit so gut, aber was ist denn mit der Hauptsache – Action? Die liefert 'Fast & Furious 8' ab der ersten Sekunde. Als erstes US-Filmteam durfte man für den Rennaction-Streifen auf Kuba drehen. Das wurde zu einem Intro genutzt, das die Fans mit atemberaubenden Bildern auf 136 Minuten Hochgeschwindigkeitserlebnis einschwört. Wenn dann noch in New York ferngesteuerte Blechlawinen durch die Straßenzüge schwappen, es Autos regnet und beim finalen Showdown heiße Schlitten, Panzer und sogar ein U-Boot das Eis zum Schmelzen bringen, ist gewiss: Die Franchise hat für ihre Fangemeinde Vollgas gegeben! Regisseur F. Gary Gray weiß, dass hier Gigantismus klar vor Realismus geht. Sein Team nutzt die Freiheit für Action-Spaß ohne – logische oder physikalische – Grenzen.

Monumentale Renn- und Kampfszenen vor beeindruckenden Kulissen in aller Welt wirken dabei nicht so zusammenhanglos aneinandergereiht wie noch im Vorgänger-Film. Denn Gray gibt den Charakteren bei aller Highspeed-Action Raum sich zu entfalten. So tragen die Schauspieler die herausfordernde Geschichte. Ein emotionaler Tribut an den verstorbenen 'Bruder' überstrahlt dann auch das sonst zu flache Ende.