Ex-„Volle Kanne“-Moderator Ingo Nommsen spricht über schwerste Zeit seines Lebens

Ingo Nommsen: Woran erkennt man, dass man zu nett ist?
"Hilfe, ich bin zu nett!": Ingo Nommsen hat sich in seinem neuen Buch mit dem Nettsein auseinandergesetzt. © imago/Future Image, SpotOn

"Volle Kanne"-Liebling konnte nicht "Nein" sagen

Ingo Nommsen (50) ist ein wahrer Sonnenschein. Bei dem ZDF-Magazin „Volle Kanne“ hat sich der Journalist zum Publikumsliebling gemausert. Doch tief im Inneren sah es bei dem Ex-Freund von Sarah Knappik nicht immer so sonnig aus. Der 50-Jährige hat jetzt ein Buch veröffentlicht, in dem er über die schwerste Zeit in seinem Leben spricht. Der Moderator fühlte sich ausgelaugt und wurde häufig krank. Der Grund: er war einfach zu nett!

"Konflikte habe ich vermieden"

Sarah Knappik und Ingo Nommsen waren von 2015 bis 2017 ein Paar.
Sarah Knappik und Ingo Nommsen waren von 2015 bis 2017 ein Paar. © Getty Images, Thomas Lohnes

Ingos freundliche Art sollte ihm zum Verhängnis werden. Denn dadurch, dass der Moderator niemanden in seinem Umfeld enttäuschen und nie „Nein“ sagen wollte, brach über ihn eine Lebenskrise ein. Er fühlte sich kraftlos, ausgelaugt und stand vermutlich kurz vorm Burnout. Im Interview mit „tz“ spricht der 50-Jährige über die Gründe: „Mein Privatleben hatte sich auf ein Minimum reduziert. Bei vielen Familienfesten fehlte ich, weil ich in der Arbeit aufging und nichts absagen konnte. Konflikte habe ich vermieden.“ Das sei schon immer so in seiner Familie gewesen.

Tod des Vaters holte ihn aus dem Teufelskreis

Es brauchte einen Schicksalsschlag um Ingo aus seinem Teufelskreis der Nettigkeit herauszuholen. „Ich habe ein einschneidendes Erlebnis gebraucht, um selbstkritisch auf mein Leben blicken zu können. Durch den Tod meines Vaters vor vier Jahren habe ich mich das erste Mal ganz bewusst gefragt: Wo stehe ich im Leben, und wo wollte ich eigentlich hin?“, erklärt er. In kleinen Schritte brachte sich das TV-Gesicht bei, sich an erste Stelle zu stellen. „Ein Nein zu anderen ist immer auch ein Ja zu mir selbst“, lautete seine wichtige Erkenntnis, die er in seinem Buch „Hilfe, ich bin zu nett: Grenzen setzen, wenn andere Ihre Freundlichkeit ausnutzen - Schritt für Schritt zur Selbstbehauptung“ zu Papier brachte. Damit möchte Ingo nun anderen in der gleichen, verzwickten Lage helfen.

Lese-Tipp: Im Interview spricht Ingo über seinen eigenen Weg zum ganz persönlichen Glück. (lkr)