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"Es - Kapitel 2": Horror mit humorvollen Zwischentönen

Filmkritik: ES - Kapitel 2 wird wieder gruselig
00:54 Min Filmkritik: ES - Kapitel 2 wird wieder gruselig

Von Cedric Schmidt

"Es" ist zurück! Nach DEM Horrofilm aus 2017 - mit einem Einspielergebnis von über 700 Mio. US-Dollar immerhin der erfolgreichste Horrofilm aller Zeiten - werden nun die Ereignisse aus der Kleinstadt Derry fortgesetzt. War der erste Film neben seinem Fokus auf Horror auch ein Coming-Of-Age Film, konzentriert sich das "Zweite Kapitel" auf das Trauma, welches die Erwachsenen vor 27 Jahren durchleiden mussten. Doch ist der Horror wirklich vorbei? Ob sich ein Kinoticket lohnt, verrät unsere Videokritik oben.

"Es" ist zurück

27 Jahre sind seit "Es - Kapitel 1" vergangen, in dem der mörderische Clown scheinbar zur Strecke gebracht wurde. In der Fortsetzung hegt Mike, der letzte aus dem "Club der Loser", der noch in Derry verblieben ist, jedoch einen schlimmen Verdacht: "Es" ist zurück. Er alarmiert seine Freunde von damals und erinnert sie an den Schwur, den sie sich einst gaben, "Es" zu besiegen, sollte es jemals zurückkehren. Die erwachsenen "Verlierer" müssen sich abermals ihren Albträumen stellen. Gelingt es ihnen, "Es" diesmal endgültig zur vernichten?

Bill Skarsgård spielt Horror-Clown Pennywise.
Bill Skarsgård spielt Horror-Clown Pennywise so gruselig wie im ersten Teil. © Warner Bros. Entertainment GmbH

Im Video: Horrorfilme machen glücklich

Warum Horrorfilme glücklich machen
00:45 Min Warum Horrorfilme glücklich machen

James McAvoy und Jessica Chastain im gealterten "Club der Verlierer"

Neben Horror ging es in der 2017er Stephen-King-Verfilmung von Andy Muschietti vor allem um die Probleme des Erwachsenwerdens. In der Coming-of-age Geschichte glänzten die Kinderstars um Sophia Lillis und Jaeden Martell. Die Fortsetzung knüpft daher nahtlos an diese Stimmung an und thematisiert den gealterten "Club der Verlierer" mit seinem Problem, das Erlebte aus der Jugend zu verarbeiten. Es ist beeindruckend, wie sehr die Chemie zwischen den Darstellern rund um James McAvoy und Jessica Chastain stimmt. Man nimmt ihnen ohne Probleme ab, dass es sich hier um die gealterten Kinder von damals handelt.

Mike Hanlon (Isaiah Mustafa), Richie Tozier (Bill Hader), Bill Denbrough (James McAvoy), Beverly Marsh (Jessica Chastain) und Ben Hanscom (Jay Ryan).
Der erwachsene "Club der Verlierer": Mike Hanlon (Isaiah Mustafa), Richie Tozier (Bill Hader), Bill Denbrough (James McAvoy), Beverly Marsh (Jessica Chastain) und Ben Hanscom (Jay Ryan). © Warner Bros. Entertainment GmbH

Der Humor stört die Stimmung

Leider ist die Laufzeit mit fast 170 Minuten ein bisschen zu lang geraten, wodurch der Mittelteil des Films etwas langweilig geraten ist. Es stellt sich durchaus die Frage, ob Regisseur Muschietti manche Horrorerfahrung nicht vielleicht hätte kürzen oder zusammenlegen können, um dem Film mehr Tempo zu verleihen. Auch wirkt der - im Gegensatz zum ersten Film - gesteigerte Humor charmant und sorgt für viele Lacher, doch es wird gleichzeitig mit der düsteren Stimmung gebrochen.

Trotz Kritikpunkte: Eine grandiose King-Verfilmung

Diese Kritikpunkte schmälern jedoch nicht den Gesamteindruck des Films. Es ist beeindruckend, wie die komplexe Stephen-King-Vorlage umgesetzt wurde. Dabei ist ein Horrorfilm entstanden, der manchmal den Horror ein bisschen vermissen lässt, dafür aber mit sehr herzlichen Zwischenmomenten punkten kann - einer Portion "Jugendnostalgie" inklusive.