„Engel mit den Eisaugen“: Amanda Knox hat ihr Baby im Mutterleib verloren

This image released by Netflix shows Amanda Knox in a scene from her self-titled documentary, premiering Friday, Sept. 30 on Netflix. (Netflix via AP) |
Amanda Knox war schwanger - das Kind hat leider nicht überlebt. © picture alliance / AP Photo, clessard|File|Filed|9/28/2016 9:

Amanda Knox hat ihr Kind verloren

Der „Engel mit den Eisaugen“ hat jetzt einen ganz persönlichen kleinen Engel im Himmel. Amanda Knox (34) musste während der Corona-Pandemie einen schmerzlichen Verlust verkraften. Die US-Amerikanerin war schwanger, hat ihr erstes Baby aber noch im Mutterleib verloren. Jetzt spricht sie öffentlich über ihre tragische Fehlgeburt.

"Ich dachte, ich kann das nicht mehr ertragen"

Als Amanda Knox vor einigen Jahren womöglich unschuldig in einem italienischen Knast gesessen hat, hätte sie wohl nie für möglich gehalten, dass die Abwärtsspirale in ihrem Leben sie einmal noch mehr in die Tiefe zwingen könnte. Zum allerersten Mal hat sie jetzt in ihrem Podcast „Labyrinths“ über die wohl traurigste Zeit während der weltweiten Corona-Pandemie gesprochen. Gemeinsam mit ihrem Ehemann Christopher Robinson (39) erinnert sie sich am Mikro unter Tränen.

Sie sei gerade einmal in der achten Woche schwanger gewesen und habe sich auf den Beginn eines neuen Lebens gefreut. Doch dann der Schock: Während einer Routineuntersuchung sei festgestellt worden, dass der Herzschlag des Kindes nicht erkennbar sei. „Ich war sprachlos“, beschreibt Amanda jetzt den Moment, als auch eine Woche Wartezeit später keine Veränderung eingetreten war. Doch die heftigste Zeit habe ihr da noch bevor gestanden. Wie sie schildert, habe man ihr geraten, ihren Körper mithilfe von Tabletten dazu zu bringen, das ungeborene und leblose Baby abzustoßen (medikamentöse Induktion).

Und mit dieser notwendigen Maßnahme habe ihr persönlicher Albtraum so richtig begonnen: „Es waren Unterleibsschmerzen, wie ich sie noch nie erlebt habe. Irgendwann dachte ich, ich kann das nicht mehr ertragen, ich muss Schmerzmittel nehmen. Nach einer halben Stunde hörte ich endlich auf, vor Schmerzen zu zittern.“

Heute ist da nur noch Trauer

Was nach dem Eingriff blieb, sei Trauer gewesen. „Wir dachten, es sei eine gerade Linie vom ungeschützten Sex zum Baby“, erklärt Amanda. Doch von der anfänglichen Leichtigkeit und Euphorie seien sie bitter enttäuscht worden.

Vor allem ein Gedanke habe Amanda dabei fast zerstört: Der Zweifel an sich selbst und ihrer Vergangenheit: „Habe ich schlechte Eier und habe es nie gewusst? Bin ich eigentlich zu alt? Ist mir etwas passiert, als ich in Italien war?“, frage sie sich seit dem tragischen Erlebnis ständig.

Amanda Knox - der "Engel mit den Eisaugen"

Während eines studentischen Austauschjahres war Amanda Knox 2007 von einem italienischen Gericht für den Mord an ihrer damaligen Mitbewohnerin Meredith Kercher verdächtigt worden. Die Britin war vergewaltigt und mit etlichen Messerstichen in ihrem Zimmer erstochen worden.

Zwei Jahre nach dem Angriff wurde Amanda von einem Geschworenengericht verurteilt. Vier Jahre saß die US-Amerikanerin danach im Knast, bevor sie nach einer Wiederaufnahme des Verfahrens in letzter Instanz vom Obersten Gerichtshof freigesprochen wurde. In ihrem Buch „Waiting To Be Heard“ (2013) hatte Amanda angegeben, in ihrer Zeit im Gefängnis sexuell misshandelt worden zu sein. Jetzt scheinen diese traumatischen Erinnerungen wieder hochzukommen.

Alle Fakten zu dem Mordfall an Meredith Kercher haben wir hier noch einmal zusammengefasst. (cch)