Der iranische Regisseur Asghar Farhadi kommt nicht zu den Oscars

Der iranische Regisseur Asghar Farhadi kommt nicht zu den Oscars
Asghar Farhadi im Mai 2016 bei den internationalen Filmfestspielen in Cannes © Denis Makarenko / Shutterstock.com, SpotOn
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Trotz Ausnahmegenehmigung

Seit US-Präsident Donald Trump einen Einreisestopp für Bürger aus Iran, Irak, Jemen, Libyen, Somalia, Sudan und Syrien verhängt hat, kochen die Emotionen auch in Hollywood hoch. Der iranische Regisseur Asghar Farhadi hat aus dem Dekret nun seine persönliche Konsequenz gezogen: Obwohl sein Film "The Salesman" für den Oscar als "Bester fremdsprachiger Film" nominiert ist, wird er der Zeremonie am 26. Februar fernbleiben.

"Das ist untragbar"

In einem Statement, das der "New York Times" vorliegt, erklärte der Iraner, dass er vorhatte, bei der Preisverleihung in Los Angeles dabei zu sein. Er wolle die Oscars auch nicht boykottieren, da er wisse, dass viele in der amerikanischen Filmindustrie und in der Academy gegen den Fanatismus und Extremismus seien, der heutzutage herrsche. Dass seine Anwesenheit aufgrund der neuen Umstände nun von vielen "wenns" und "abers" begleitet werde, sei für ihn jedoch nicht akzeptabel. "Selbst wenn Ausnahmen für meine Reise gemacht werden sollten", so Farhadi.

"Es ist kein neues geschichtliches Phänomen, dass eine Nation unter dem Vorwand gedemütigt wird, dass die Sicherheit eines anderen Landes dadurch bewahrt bleibe." Es habe aber stets den Grundstein für Feindschaft gelegt. Farhadi appelliert daran, dass man die Menschen nicht mit Angst erfüllen dürfe. Denn damit würden nur engstirnige Individuen "extremistische und fanatische Verhaltensweisen" rechtfertigen. Er verurteile die ungerechten Bedingungen und hoffe, dass die derzeitige Situation die Kluft zwischen den Nationen nicht noch vergrößere.

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