Hollywood Blog by Jessica Mazur

Das 'Happy Lift' lässt die Stars auch bei Niederlagen lächeln

Hat Ryan Gosling vor den Academy Awards etwa in ein 'Happy Lift' investiert?
Hat Ryan Gosling vor den Academy Awards etwa in ein 'Happy Lift' investiert? © dpa, Chris Pizzello, hjb

Das 'I couldn`t care less'-Gesicht ist der neueste Hollywood-Trend

Freundliche Augen, hochgezogene Mundwinkel und kein Anzeichen von Enttäuschung. Die nominierten Stars, die bei den Oscars leer ausgehen, schaffen es meist trotzdem nicht traurig auszusehen. Ist 'Happy Lift' etwa das Geheimnis?

Ist Ryan Gosling tatsächlich so ein guter Verlierer oder hat er nachgeholfen?

Good Lord, was für ein Desaster. Auch wenn noch immer nicht 100%ig feststeht, wie genau am Sonntagabend der falsche Umschlag in Warren Beattys Hände geriet, so ist eins trotzdem glasklar: der vertauschte Umschlag, der dazu führte, dass 'Lalaland' fälschlicherweise als Sieger der 'Best Picture'-Kategorie genannt wurde, ist schon jetzt in die Geschichte der Academy Awards eingegangen. Und zwar als 'Worst Oscar Mistake Ever'.

Klar, das Internet hat in Memes und Tweets noch immer mächtig Spaß an der Verwechselung, doch weder für die 'Lalaland'-Crew, noch für das 'Moonlight'-Team war das Ganze besonders lustig. Schließlich wurde beiden Parteien ihr big Moment genommen. Aber, frei nach dem Motto „Was bleibt uns sonst übrig?“, machten ja dann doch alle gute Miene zum vertauschten Spiel.

So sind zum Beispiel Fotos von Ryan Gosling aufgetaucht, die zeigen wie der Schauspieler – der zuvor bereits in der 'Best Actor'-Kategorie leer ausging – während des ganzen Wirrwarrs lächelnd auf der Bühne steht. Doch Moment mal... Ist Ryan Gosling tatsächlich so ein guter Verlierer? Oder hat er vielleicht ein wenig nachhelfen lassen, in dem er vor den Academy Awards in ein 'Happy Lift' investierte? Das ist laut Hollywood Reporter schließlich der neueste Trend in der 'Industry'. 'Happy Lift' bedeutet, dass sich Promis jegliche Art von Missgunst, Neid oder Trauer (aka 'Loser Face') einfach aus dem Gesicht spritzen lassen. Soll heißen, egal ob man gewinnt oder verliert: das Gesicht zeigt Freude.

Der Dermatologe Dr. Harold Lancer, dessen Praxis sich inkl. 'VIP Room' direkt auf dem Rodeo Drive befindet, bezeichnet das 'Happy Lift' als „Kombination von kleineren Eingriffen, die dafür sorgen, dass das Antlitz stets subtil lächelnd und zustimmend wirkt.“ Lancer - zu seinen Klienten gehören u.a. die Kardashians, Beyoncé, Ryan Seacrest, Victoria Beckham und viele, behauptet er, wüssten genau, wie sehr es die meisten Nominierten tangiert, wenn sie nicht gewinnen. Aber das will natürlich keiner zeigen. Also hilft er seinen berühmten Patienten dabei, die wahren Emotionen zu verstecken und ein freundliches 'I couldn`t care less'-Gesicht aufzusetzen. Botox an den richtigen Stellen kann zum Beispiel die Augen freundlicher und offener wirken lassen. Und ein gespritzter Tropfen Restyland an die äußeren Mundwinkel bewirkt, dass diese leicht nach oben gezogen werden und der Mund eine V-Form erhält. Wer ein langwieriges Ergebnis wünscht und nur noch lächelnd durchs Leben laufen möchte, kann alternativ aber auch ein so genanntes 'corner lip-lifting' über sich ergehen lassen. Für den Fall sollte man sich als Schauspieler aber zukünftig wohl nur noch für Komödien bewerben...

Ihr meint 'Happy Lift' klingt merkwürdig? Auf jeden Fall. Aber: Dr. Harold Lancer schwört Stein und Bein, dass er diese Award Season gleich 30 (!) prominente Frauen und Männer behandelte, die wir regelmäßig auf den roten Teppichen gesehen haben. Wer genau das ist, verrät er natürlich nicht.

Ryan Gosling gehört wohl aber eher nicht dazu. Passt irgendwie nicht zu dem Schauspieler. Und außerdem ist Ryan ja auch bestens im Geschäft. Lancer sagt nämlich, dass das 'Happy Lift' in erster Linie viele Promis nutzen, deren Karrieren in Hollywood noch nicht ganz so wasserdicht sind, wie die von Gosling. „In Hollywood geht es stets um das Erscheinungsbild. Natürlich zählt die Nominierung viel, aber wenn du happy aussiehst, auch wenn du verloren hast, erhöht das deine Chancen auf den nächsten Job“, so der Beauty Doc.

Und an dem Statement mag was dran sein. Das inoffizielle Hollywood-Grundgesetz lautet schließlich nicht umsonst 'Fake it `til you make it!'

Jessica Mazur