Catherine Deneuve: #MeToo-Bewegung wird zur "Hexenjagd"

ARCHIV - Schauspielerin Catherine Deneuve kommt am 14.02.2017 während der 67. Internationalen Filmfestspiele zur Premiere des Films "Sage femme".   (zu dpa "#MeToo-Debatte: Frauen um Deneuve fürchten um sexuelle Freiheit" vom 09.01.2018) Foto: Gregor
Catherine Deneuve © dpa, Gregor Fischer, sab tba

Angst um sexuelle Freiheit

Die gefeierte französische Schauspielerin Catherine Deneuve (74) hat nach den Skandalen in Hollywood Angst um die sexuelle Freiheit. Deneuve gehört zu den etwa 100 französischen Schriftstellerinnen, Künstlerinnen und Akademikerinnen, die in einem offenen Brief die große Zahl von Anschuldigungen beklagen, die auf die Vorwürfe gegen Produzent Harvey Weinstein (65) folgten. Dieser soll Frauen über Jahrzehnte sexuell belästigt, einige angeblich auch vergewaltigt haben.

"Flirten ist kein Verbrechen"

Deneuve und ihre Mitstreiterinnen sind offenbar besorgt, dass die darauffolgende "Hexenjagd" die sexuelle Freiheit bedrohe: "Vergewaltigung ist ein Verbrechen", aber zu versuchen, jemanden zu verführen, "selbst hartnäckig oder ungeschickt", sei kein Verbrechen, heißt es unter anderem in dem in der Zeitung 'Le Monde' veröffentlichten Brief: "Männer wurden bestraft, aus ihren Jobs gedrängt, wenn sie nur ein Knie berührten oder versuchten, einen Kuss zu erhaschen." Männer seien durch den Dreck gezogen worden, weil sie "während eines Geschäftsessens über intime Themen sprachen oder sexuell anzügliche Botschaften an Frauen schickten, die ihre Aufmerksamkeit nicht erwiderten".

In dem Brief werden auch Social-Media-Kampagnen wie #MeToo angegriffen: "Legitimer Protest gegen sexuelle Gewalt" habe sich in eine Hexenjagd verwandelt. Die Frauen, die den Brief unterzeichneten, erklärten zudem, sie wollten die sexuelle Freiheit verteidigen - für die es wichtig sei, dass es "die Freiheit zu verführen" gebe.

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