'Café Society' von Woody Allen: Blake Lively und Kristen Stewart in einer lässig-leichten Sommerkomödie

Blake Lively zeigt als heiße Sirene Figur, bleibt aber sonst blass in Woody Allens 'Café Society'
Blake Lively zeigt als heiße Sirene Figur, bleibt aber sonst blass in Woody Allens 'Café Society' © Warner Bros. Ent., Warner, Sabrina Lantos

Filmkritik 'Café Society' von Woody Allen - Kinostart: 10. November 2016

'Der große Gatsby' trifft auf den 'Stadtneurotiker' – ein bisschen Aufgewärmtes, ein bisschen Neues, eine tolle Ausstattung und mit Blake Lively und Kristen Stewart zwei schicke Leading Ladys. Dennoch kann Woody Allens Komödie die Ewartungen nicht erfüllen.

Jesse Eisenberg und Kristen Stewart in 'Café Society'
Jesse Eisenberg und Kristen Stewart in 'Café Society' © Warner Bros. Entertainment GmbH, Sabrina Lantos

Dabei fängt seine lässig-leichte Sommerkomödie, die in Deutschland einfach zur falschen Jahreszeit ins Kino kommt, ganz verheißungsvoll an. In den 1930ern führt Bobby Dorfman, mit Milchbubi-Charme gespielt von Jesse Eisenberg, der schon in 'To Rome with Love' Woody Allens junges Alter Ego mimte, eine bescheidene Existenz in der Bronx. Seine Familie erinnert an die jüdische Sippe von Alvy Singer aus dem 'Stadtneurotiker', nur noch schräger. So verdingt sich Bobbys Ganoven-Bruder als Knochenbrecher, während der Rest der schrulligen Truppe nichts davon ahnt, was für einige komische Momente sorgt.

Bobby entflieht jedoch dem düsteren Molloch New York und will in Hollywood sein Glück versuchen. Anders als einst Alvy Singer hat er kein Problem damit, dass hier alles im grellen Sonnenlicht glänzt und funkelt. Ganz im Gegenteil. Ohne nennenswerte Kenntnisse heuer Bobby bei seinem Onkel Phil an (Steve Carell mit ungewohnt verhaltenem Spiel). Der ist ein mächtiger Star-Agent, und er hat eine süße Assistentin, die Bobby den Kopf verdreht: Vonnie, von Kristen Stewart hinreißend als patentes Mädchen mit Söckchen in den Sandalen verkörpert. Aber Vonnie hat schon einen Freund, und der ist verheiratet. Als der sie sitzen lässt, kriegt Bobby endlich eine Chance.


Aber Vonnie ist nicht annähernd so harmlos, wie ihre Kleinmädchen-Outfits vermuten lassen könnten, und so Lockenschopf Bobby mit gebrochenem Herzen wieder nach New York. Dort mischt er als Nachtclub-Besitzer im Stil des großen Gatsby die High Society auf und heiratet einfach ein anderes Mädchen, das er Vonnie nennen kann: Sexbombe Veronica, von einer für die Epoche etwas zu stark gebräunten Blake Lively in atemberaubenden Outfits.

Wenn sie sich jetzt fragen, wie Bobby so mir-nichts-dir-nichts an den Nachtclub kam: Tja, das ist einer der völlig unglaubwürdigen Winkelzüge von Allens Drehbuch, die es so schwer machen, mit dem Herzen bei seiner Geschichte zu bleiben. Auch als Bobby für seinen reichen Onkel nicht wirklich arbeiten musste und der auch noch dauerhaft sein Vorzimmerfräulein Vonnie entbehren konnte, damit es dem Neffen mal die Stadt zeigt, blieben Fragezeichen zurück.

Blake Livelys Sirene entpuppt sich schnell nicht nur für Bobby als Langweilerin, und da sitzt nun der arme Zuschauer und wünscht sich Kristen Stewart zurück. Als sie endlich wieder auftaucht, ist man dann enttäuscht, wie wenig Konflikt Woody Allen uns hier zumutet. Man verzeiht dem Altmeister den lauwarmen Aufguss alter Ideen gerade noch mal so, weil er zwei charmante Hauptdarsteller aufbietet und Kameralegende Vittorio Storaro die Ära, in der Allen geboren wurde, mit hübschen Dekors und dem passenden Jazz-Soundtrack sehr gefällig aufbereitet. Aber alles in allem ist das doch ein eher lauwarmer Aufguss einiger älterer Ideen.

Von Mireilla Zirpins