Bülent Ceylan macht seine Haltung gegenüber Erdogan deutlich

Bülent Ceylan: Er ist Erdogan-Gegner
Bülent Ceylan bekennt sich als Erdogan-Gegner. © imago/Future Image, Frederic Kern, imago stock&people

Bülent Ceylan scherzt über Erdogan

Bei Witzen auf seine Kosten versteht der türkische Präsident Recep Tayyip Erdogan keinerlei Spaß. Comedian Bülent Ceylan hat den Politiker am Wochenende dennoch aufs Korn genommen und sich damit vor 17.000 Menschen als Erdogan-Gegner bekannt.

Vor 17.000 Menschen scherzt Bülent über Erdogan

Wer über den türkischen Präsidenten Erdogan (63) spottet, der kann in Türkei durchaus verhaftet werden - und auch in Deutschland ist ein Witz über Erdogan nicht ganz risikolos, wie etwa Jan Böhmermann (36) nach der Klage des Politikers vom vergangenen Jahr weiß. Der deutsch-türkische Comedian Bülent Ceylan (41) hat Erdogan am Samstagabend (26. August) trotzdem durchaus mutig aufs Korn genommen. Und das vor rund 17.000 Zuschauern in der Berliner Freiluft-Arena Wuhlheide, wie unter anderem der 'Berliner Kurier' berichtet.

Bei Facebook verfasste Ceylan jetzt ein noch klareres Statement: "Es kann nicht sein, dass Menschen, die hier [in Deutschland] die Demokratie genießen, im anderen Land die Diktatur unterstützen. Das musste mal gesagt werden... Ich bin nicht gegen die Türkei, ich bin gegen das System."

"Wenn ich jetzt erschossen werde, dann in Berlin"

Als Aufhänger für sein Bekenntnis als Erdogan-Gegner benutzte Ceylan bei seiner Show eine Episode aus seiner Heimat Mannheim. Er schilderte den Dialog eines Ehepaares, das ihn im Supermarkt erkannte: "Gertrud, des isser, der Türke vom Fernsehen." - "Der Türke, der uns den Fernseher gebracht hat?" - "Nein, der Komiker!" - "Kaya Yanar?" - "Nein, der andere!" - "Erdogan?" Während das Publikum noch johlte, stichelte Ceylan bereits weiter: "Uiii, das wird eine teure Strafe!", witzelte er.

Auch in anderen Teilen seines Auftritts nahm Ceylan einerseits Erdogan, andererseits das Verhältnis von Deutschen und Türken untereinander ins Visier. "Ihr seid doch auch froh, dass endlich mal ein Türke in Berlin sagt, dass er gegen Erdogan ist!", scherzte er. "Ich hab's gesagt! Ich hab's gesagt! Wenn ich jetzt erschossen werde, dann in Berlin. In Kreuzberg darf ich mich heute aber nicht mehr blicken lassen...", fügte der Spaßmacher sarkastisch hinzu.

Der Hintergrund der Scherze: In der Türkei sind seit dem Putschversuch im Juli 2016 zahlreiche Oppositionelle, Journalisten oder auch Karikaturisten festgenommen worden. Zugleich warf Präsident Erdogan Deutschland vor, es unterstütze Terroristen. ZDF-Satiriker Böhmermann verklagte er wegen "Beleidigung von Organen und Vertretern ausländischer Staaten". Ceylan veralbert Erdogan allerdings nicht zum ersten Mal. In seiner 'Bülent Ceylan Show' spielte er mehrfach peinliche Anrufe Erdogans bei deutschen Politikern. Ärger vonseiten Erdogans gab es dafür nicht - aber deutlich gemischte Reaktionen in den Kommentaren auf Youtube.

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