Britney Spears machtlos: Will ihr Vater mit der Vormundschaft nur abkassieren?

Britney Spears soll aufgrund ihrer Vormundschaft nicht einmal erlaubt sein Auto zu fahren oder das Haus ohne Absprache zu verlassen.
Britney Spears soll aufgrund ihrer Vormundschaft nicht einmal erlaubt sein Auto zu fahren oder das Haus ohne Absprache zu verlassen. © picture alliance

Auf der Suche nach der Wahrheit

Was vergangenes Jahr das erste Mal durch die „Free Britney“-Bewegung zum Interesse der Öffentlichkeit wurde, wird nun durch neue Gerüchte und Recherchen befeuert: Britney Spears (38) steht seit 12 Jahren unter einer Vormundschaft – sie soll stark in ihren Grundrechten eingeschränkt sein, mit Medikamenten gesteuert und gegen ihren Willen regelmäßig weggesperrt werden.

Doch was ist dran an den Gerüchten und wie genau sehen die Konsequenzen der Vormundschaft für Britneys Alltag aus?

Britney Spears soll nicht entscheiden dürfen, wann sie ihr Haus verlässt

Hier folgt eine schockierende Liste an Dingen, die Britney mit 38 Jahren nicht machen darf: Heiraten, ein Auto fahren, in die Finanzen rund um ihre Verdienste einblicken, Kinder kriegen, einen eigenen Anwalt einstellen, über ihre Vormundschaft sprechen, Interviews ohne Absprache mit ihrem Vater führen, ungefragt ein Mobiltelefon benutzen, ihr Anwesen ohne Absprache verlassen.

Diese Liste macht momentan die Runde durch die sozialen Medien, mit dem Hinweis, dass Britney in einer Anstalt eingesperrt wird, sobald sie die Auflagen der Vormundschaft bricht. Diese Spekulationen stammen von Supportern und Fans, die jetzt sogar eine Petition ins Leben gerufen haben. 78 Tausend Menschen haben inzwischen unterschrieben.

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Eine Vormundschaft ist vor allem für Menschen gedacht, die nicht mehr fähig sind, persönliche und finanzielle Entscheidungen zu treffen – beispielsweise Menschen im Koma, Menschen mit Alzheimer oder solche, die psychisch massiv eingeschränkt sind. Sollte Britney seit ihrem Zusammenbruch 2008 so stark beeinträchtigt sein, dass sie tatsächlich unmündig ist, dann stellt sich folgende Frage: wie konnte sie in den letzten 12 Jahren vier Alben veröffentlichen, jahrelang mehrere Abende die Woche in Las Vegas auftreten und alleine mit ihrer Welt-Tournee 2018 rund 54 Millionen US-Dollar einnehmen?

In dem Posting auf den sozialen Netzwerken wird spekuliert, dass Britney nicht wirklich auf eine Vormundschaft angewiesen ist und dass ihr Vater und andere Berater und Manager mit der Regelung massiv absahnen. Denn Britney selbst bekommt nur einen Kleinteil ihrer Einnahmen ab.

Es gibt bisher keine geleakten Dokumente, die die massiven Einschränkungen beweisen, doch es gibt zumindest feste Anhaltspunkte für einige der Gerüchte.  

Diese Geschehen sprechen dafür, dass Britney durch die Vormundschaft mundtot gemacht wird

2008: Als Jenny Eliscu von der „Rolling Stone“ Britney für eine Coverstory trifft, sagt sie anschließend, dass die Sängerin einen sehr guten Eindruck gemacht habe, der sich nicht mit der Beschreibung von Britneys Anwälten decke, die sie damals als ernsthaft krank beschrieben.

David LaChapelle, der 2016 für einen Videodreh mit Britney zusammengearbeitet hatte, schreibt laut „Rolling Stone“ auf Instagram, dass Britney sich während des Drehs merkwürdig verhalten und nur eine einzige Anweisung gegeben hatte: Sie wolle in einem Käfig gezeigt werden. In der Vergangenheit hatte sich Britney schon öfters in einem Käfig gezeigt, beispielsweise bei ihrer Circus-Tournee. In den Songs „Lucky“, „My Prerogative“, „Mona Lisa“, „Circus“, und „Gimme More“ thematisiert Britney fremdgesteuert und kontrolliert zu sein.

Im Januar 2019 wird Britneys geplante Vegas-Show „Domination“ abgesagt. Wenig später macht ein Paparazzi-Bild von Britney vorm Steuer eines Autos die Runde durch die Medien – für die Podcaster von „Britney’s Gram“ Barker und Gray ein Warnzeichen, da sie als selbsternannte Britney-Fans wissen, dass die Sängerin eigentlich keine Autos fahren darf. Dann meldet sich ein Anwaltsassistent bei den Podcastern, der erklärt, dass Britneys Show gecancelt wurde, weil sie verweigere Medikamente zu nehmen. Die Quelle behauptet auch, dass Britney einen Monat nach ihrem Ausflug mit dem Auto in eine Klinik für psychische Gesundheit eingewiesen wurde, weil sie mit dem Ausflug gegen die Regeln der Vormundschaft verstoßen hatte.

Britney Spears auf ihrer Circus-Tour 2009: Sie zeigt sich in einem Käfig.
Britney Spears auf ihrer Circus-Tour 2009: Sie zeigt sich in einem Käfig. © picture alliance

Im März 2020 startet Britneys Sohn Jayden auf Instagram einen Livestream, in dem er über Britneys Vater sagt: „Er ist ein ziemlich großer Idiot. Er kann sterben gehen." Damit erweckte Jayden den Eindruck, dass er in seinem Großvater einen Feind, keinen Helfer erkennt.

April 2020: Britney Spears berichtet auf Instagram, dass sie versehentlich ihr Fitnessstudio in Brand gesetzt habe. Angeblich sorgt sich daraufhin ihre Familie um ihre mentale Gesundheit.

Mai 2020: „Entertainment Tonight“ berichtet, dass Britneys Vater in seiner Rolle als Vormund zurücktritt, die nun von Britneys Pflegemanager übernommen wird. Außerdem wird die Vormundschaft vor Gericht verlängert. 

Aufgrund der Corona-Pandemie wurde eine weitere Anhörung mindestens bis Ende August 2020 verschoben, dann wird Britney Spears wieder vor Gericht stehen, um für mehr Freiheit und Grundrechte zu kämpfen.

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