Bill Cosbys Anwälte legen Berufung ein: Hat der Richter einen Fehler gemacht?

Bill Cosby sitzt zurzeit wegen sexueller Verbrechen im Gefängnis
Bill Cosby sitzt zurzeit wegen sexueller Verbrechen im Gefängnis © picture alliance

Der "Bill Cosby"-Fall soll neu aufgerollt werden

Aktuell sitzt Bill Cosby (82) wegen sexueller Übergriffe im Gefängnis, doch seine Anwälte wollen das jetzt ändern. Wie schon vorab von Cosbys Team mitgeteilt wurde, hat man am Montag den 12. August das Berufungsgericht in Pennsylvania dazu aufgefordert, Cosbys Urteil zu ändern. Während der ursprünglichen Verhandlung soll der Richter nämlich mehrere Fehler gemacht haben, die dem TV-Star einen fairen Prozess verwehrten.

Diesen Fehler soll der Richter gemacht haben

Laut Reuters bemängeln die Anwälte des in Ungnade gefallenen Stars das Vorgehen von Richter Steven O'Neill, der weitere Zeugen aussagen ließ, obwohl sich der Fall nur mit den Anschuldigungen von Constand befasste. Das habe der Verteidigung des Comedians nachhaltig geschadet. Hingegen des Handelns von O'Neill, besagt das Gesetz in Pennsylvania, dass Zeugen für "vorheriges schlechtes Verhalten" nur in besonderen Ausnahmen hinzugezogen werden sollen.

"Wenn man das aktuelle politische und soziale Klima betrachtet, kann man sich kaum eine vorurteilslastigere Zeugenaussage vorstellen, die eine emotionale Reaktion bei den Geschworenen bewirken soll, als einem Strom von anderen Frauen zu präsentieren, die Cosby unangebrachten sexuellen Kontakt vorwerfen", heißt es in den Gerichtsdokumenten der Verteidiger.

Bill Cosby ist derzeitig für drei bis zehn Jahre im Gefängnis

Der ehemalige Komiker ist erste Prominente, der nach dem Aufstieg der "MeToo"-Bewegung verurteilt wurde. Nach aktuellem Stand sitzt der Schauspieler für drei bis zehn Jahre im Gefängnis. Er soll im Jahr 2004 Andrea Constand mit Drogen betäubt und sich dann sexuell an ihr vergangen haben. Bei seiner zweiten Verhandlung im letzten Jahr sagten auch die Schauspielerinnen Louisa Moritz, Angela Leslie und fünf weitere Frauen gegen ihn aus und beschuldigten ihn des sexuellen Fehlverhaltens.

Nun sieht es allerdings so aus, als sei das letzte Wort in seinem Fall noch nicht gesprochen worden.

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