Barbara Becker: "Ich mache mir selbst Komplimente"

Barbara Becker: "Ich mache mir selbst Komplimente"
Barbara Becker fühlt sich rundum wohl. © Lascana, SpotOn

Barbara Becker ist zufrieden mit ihrem Körper

In Sachen Fitness macht Barbara Becker (52) so schnell niemand etwas vor. Das bewies die Ex-Frau von Tennislegende Boris Becker (51) auch in der letzten Staffel der RTL-Show "Let's Dance". Im Rahmen der exklusiven Lascana Salonshow auf der Fashion Week in Berlin schwang die 52-Jährige mit Profitänzer Massimo Sinató (38) nun noch einmal das Tanzbein und schwärmt im Interview über ihr neues Ich. Die zweifache Mutter fühlt sich rundum wohl in ihrem Körper. "Ich habe nicht das große Problem, dass ich mich zu dick, zu dünn oder zu alt fühle."

Die Teilnahme bei "Let's Dance" hat Barbara Becker verändert

Einmal mehr sind Sie heute anlässlich der Lascana Patisserie an der Seite von Massimo Sinató auf dem Tanzparkett sehen. Sehen wir Sie nun öfter tanzend in der Öffentlichkeit?

Barbara Becker: Ich habe das Tanzen mit Massimo sehr genossen. Es war anfangs eine kleine Herausforderung für mich. Ich musste mich von Probe zu Probe immer wieder daran gewöhnen, mich ihm zu öffnen. Aber Massimo war der perfekte Partner, der mit so viel Leidenschaft tanzt und mir es einfach gemacht hat, einfach loszulassen und der Musik zu folgen. Zudem kennen wir uns schon lange, dadurch gab es schon von vornherein ein gewisses Vertrauensverhältnis.

Haben Sie sich durch "Let's Dance" neu erfunden?

Becker: Ich glaube schon. Man hat sich dem Mut zur Verletzlichkeit hingegeben. Ich glaube, dass gerade Frauen sich manchmal eine Art innere Box bauen und sich darin verstecken. Besonders im Alter versucht man, sich so zu schützen. Aber man sollte sich gewisse Dinge einfach zutrauen und der Routine für einen Moment entgleiten - egal wie alt man ist.

Sport hat schon immer eine große Rolle in Ihrem Leben gespielt. Was ist anstrengender: eine Stunde Pilates oder eine Stunde Tanzen?

Becker: Es geht da nicht so um die Anstrengung. Beim Pilates bewegt man zum Beispiel die inneren Muskeln. Beim Tanzen ist es anders, da kommen ganz andere Variablen zusammen.

Wie hat sich Ihr Körper durch das harte Tanztraining verändert?

Becker: Bei acht Stunden Training am Tag verändert sich der Körper natürlich schnell. Man sollte sich darüber nicht beklagen, auch wenn die Füße dadurch nicht schöner werden (lacht). Die eigentliche Anstrengung war eher die emotionale Aufgabe. Letztendlich ist dort ein wildfremder Mann, der dich durch die Luft wirft und auf dessen Schultern du sitzt. Dadurch kommt man sich sehr nah.

Schaut man sich das heutige Schönheitsideal an, scheint es gegenwärtig weniger darum zu gehen, schlank zu sein, sondern vor allem durchtrainiert. Geht damit nicht auch ein Stück Weiblichkeit verloren?

Becker: Tatsächlich ging es bei diesem Fitnesstrend nie darum, schlank zu sein, sondern stark zu sein, und vor allen Dingen auch, Alterserscheinungen vorzubeugen. Ich sage immer: If you don't use it, you lose it. Denn es geht nicht darum wie man aussieht, sondern wie es sich anfühlt. Auch, wenn Social Media uns vormacht, wie wir angeblich auszusehen haben: Es ist viel wichtiger, sich nicht zu vergleichen, sich stark zu fühlen, glücklich und gesund zu sein.

Es gibt aber auch eine Gegenbewegung. Curvy Models wie Ashley Graham stehen zu ihren Kurven. Plus-Size-Model Angelina Kirsch zeigt sich bei der Lascana-Show erstmals in Dessous auf dem Laufsteg. Hat der Schlankheitswahn in der Modeindustrie ein Ende?

Becker: Ob schlank oder curvy, man kann sich in jeder Form bewegen. Jeder Körper ist anders und wir müssen vor allem jungen Mädchen zurufen, dass sie sich von Anfang an besser annehmen. Ich denke, dass Curvy Models für diese Message hilfreich sind. Nicht alle wollen und müssen dünn sein. Wichtig ist, dass man auf seinen Körper achtet, sich gesund ernährt und bewegt.

Was raten Sie Frauen, die sich in Ihrem Körper unwohl fühlen?

Becker: Zum einen, ihren Freundinnen besser zuzuhören als sich selbst (lacht). Und zum anderen, sich selbst anzunehmen wie man ist und vor allem zu verstehen, dass nicht alle perfekt sind. Vor allem sollte man selbst häufiger beim Vorbeilaufen am Spiegel stehen bleiben und sich ein Kompliment machen und nicht nur die negativen Dinge kritisieren.

Sie gehören mittlerweile zu den erfolgreichsten Frauen der deutschen Fitnessbranche. Was sind Ihre ganz persönlichen Tipps, um sich fit und gesund zu halten?

Becker: Es gibt nicht nur ein Mantra, es ist eine ganze Reihe von Dingen, die einen beweglich, glücklich und gesund halten. Aber alle, die wenig oder gar nichts machen, sollten den inneren Schweinhund überwinden und einfach anfangen. Dabei sollte man sich am besten nicht ganz so viel vornehmen, einfach 10 bis 20 Minuten gezielte Bewegung, aber dafür eben regelmäßig. Der Anfang ist das Wichtigste, am besten jetzt und heute.

Was finden Sie an sich selbst am schönsten?

Becker: Ich bin ein guter Zuhörer und ein guter Freund. Ich gebe mir Mühe, im Hier und Jetzt zu leben, und nicht in der Vergangenheit. Ich werde tatsächlich immer besser, Dinge konsequent zu machen und nicht auf die lange Bank zu schieben.

Gibt es etwas an Ihrem Körper, mit dem Sie gar nicht zufrieden sind?

Becker: Nein, das mache ich nicht mehr. Ich habe nicht das große Problem, dass ich mich zu dick, zu dünn oder zu alt fühle. Ich habe auch keine Waage, an der ich mich messe. Ich versuche gerade, mit vielen Regeln in meinem Kopf zu brechen und mich nicht schlecht zu machen, sondern mir tatsächlich eher Komplimente zu machen.

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