Attentat auf Eisprinzessin Nancy Kerrigan: Tonya Harding wusste von den Plänen

Eishexe Tonya Harding vs. Eisprinzessin Nancy Kerrigan
01:01 Min Eishexe Tonya Harding vs. Eisprinzessin Nancy Kerrigan

Endlich gibt Tonya Harding zu, vom Attentat auf Nancy Kerrigan gewusst zu haben

Es war der wohl größte Skandal im Eiskunstlauf, die Geschichte von der bösen Eishexe und der hübschen Eisprinzessin. Am 6. Januar 1994 ließ Tonya Hardings damaliger Gatte ihrer schönen Konkurrentin Nancy Kerrigan brutal das Knie zertrümmern. Nun, genau 24 Jahre später, hat Tonya Harding in einem Interview endlich zugegeben, was viele schon lange vermuteten: "Ja, ich wusste vom Eisenstangen-Plan." In unserem Video erinnern wir an den Kampf der beiden Konkurrentinnen auf Kufen.

Die Schöne und das Biest der 90er: Nancy Kerrigan und Tonya Harding

Die beiden US-Amerikanerinnen, die um die gleichen Titel liefen, hätten unterschiedlicher nicht sein können. Auf der einen Seite die brünette Grazie Nancy Kerrigan - mit 1,62 Meter für eine Eiskunstläuferin schon fast groß, voller Anmut und meist souverän lächelnd, auch wenn sie bei den schwierigen Sprüngen mal patzte. Aber die B-Noten stimmten immer. Auf der anderen Seite die blonde Tonya Harding - 1,55 groß, kompakt und muskulös, eher athletisch als elegant, aber sie schaffte als erste US-Amerikanerin den dreifachen Axel in der Kür. Aber die Juroren finden ihre Choreografien oft nicht anmutig genug, sie wirkt zudem verbissen. Die Schöne und das Biest. 

Tonya Harding stilisiert sich gerne als White-Trash-Kid aus ärmsten Verhältnissen. Sie läuft mit selbstgenähten Kostümen, aber 'America's Sweetheart' Nancy Kerrigan stammt ebenfalls aus einer Arbeiter-Familie. Doch Tonya Harding neidete ihrer Eislauf-Kollegin den Erfolg und die Beliebtheit. Drei Jahre lang tanzten und sprangen sie um die Wette. Dann der brutale Anschlag auf Nancy Kerrigan im Januar 1994.

"Meine Karriere lag in Scherben, ich habe den Preis dafür gezahlt."

HOLLYWOOD, LOS ANGELES, CA, USA - DECEMBER 05: Los Angeles Premiere Of Neon's 'I, Tonya' held at the Egyptian Theatre on December 5, 2017 in Hollywood, Los Angeles, California, United States. (Photo by Xavier Collin/Image Press Agency/Splash News)
Tonya Hardings Geschichte wurde verfilmt: die ehemalige Sportlerin bei der Premiere im Dezember 2017. © Xavier Collin/IPA/Splash News

Die Bilder schockierten weltweit die Zuschauern an den Bildschirmen: Die bildhübsche Eiskunstläuferin Nancy Kerrigan (damals 24) gleitet nach dem Training vom Eis, sinkt vor Schmerzen gekrümmt zu Boden und schreit immer wieder: "Warum?". Ein Mann hat versucht, ihr mit einer Eisenstange das Bein zu zertrümmern. Schnell unter Verdacht: Ihre ärgste Konkurrentin Tonya Harding, ein Jahr jünger. Schnell wurde der Drahtzieher gefunden - Tonya Hardings damaliger Gatte Jeff Gillooly.

Dass Nancy Kerrigans verbissene Konkurrentin mit an der Planung beteiligt war, vermutete damals auch das FBI. Das verriet Nancy Kerrigan (heute 48) vor einigen Jahren in einem Interview. Schließlich war Tonya Harding diejenige, die am meisten davon profitierte, wenn Nancy Kerrigan ausfiel. Beweisen konnte man es ihr nicht. Sie wurde nur bestraft, weil sie die Ermittlungen behindert hatte: Drei Jahre auf Bewährung und 160.000 Dollar Geldstrafe. Sie macht Schlagzeilen mit Drogen-Exzessen, einem "pornographischen Hochzeitsvideo", sie versucht sich als Profiboxerin. Nancy Kerrigan widmet sich bald lieber ihrer Familie.

Erst 24 Jahre später gibt Tonya Harding zu, von den Vorbereitungen zu Tat mitbekommen zu haben. Sie sagt, sie und Nancy Kerrigan seien immer Freundinnen gewesen. Aber sie sieht sich auch selbst als Opfer: "Meine Karriere lag in Scherben, ich habe den Preis dafür gezahlt."