"Aquaman" mit Jason Momoa und Amber Heard: Originelle Story oder Marvel-Abklatsch?

"Home is calling", heißt es auf dem offiziellen Plakat zu "Aquaman". Jetzt ist es Zeit für Jason Momoa, in seiner Rolle nach Atlantis zu reisen.
Jason Momoas Muskelpakete machen in "Aquaman" auch unter Wasser eine gute Figur © picture alliance

Von Phillip Syvarth

Jason Momoa alias "Aquaman" überzeugt vor allem mit einem: seinem unglaublich guten Aussehen. Der Look des Films mit seinen detailverliebt animierten Unterwasserwelten ist top, die Story eher flop.

Klischee: Jason Momoa spielt einen wortkargen, muskelbepackten Mann, der Bier liebt

Kennen gelernt haben wir den Hauptdarsteller schon vor einigen Jahren bei "Game of Thrones". Jetzt ist Jason zurück, dieses Mal als Klischee eines typischen Superhelden, der quer durch den Ozean reisen muss, um für den Weltfrieden zu sorgen.

Jason Momoa tanzt den Haka
00:37 Min Jason Momoa tanzt den Haka

Er spielt einen Mann, wie es ihn auch schon vor 40 Jahren in "Superman" mit Christopher Reeve gegeben hat. "Aquaman" ist stark, wortkarg, furchtlos - und er liebt Bier. Da hört die Charakterzeichnung auch schon auf, die auch bei den Rollen von Nicole Kidman, Amber Heard oder Patrick Wilson nicht viel weiter reicht.

"Aquaman" und das Problem mit der Gleichberechtigung

Amber Heard spielt "Aquamans" Gegenstück: Königstochter Mera, die sich in den Superhelden verguckt, ihn daraufhin auf seiner Reise begleitet und ab und an gerettet werden muss. Sie wird im Film selbst als "durchgeknallte Rothaarige" beschrieben. Den großen Finalkampf überlässt sie dem Mann. Dass es "Aquaman" mit dem Feminismus nicht so hat, wird auch klar, als nach und nach die Herrscher der verschiedenen Unterwasser-Königreiche vorgestellt werden, die durchweg männlich sind.

Ist "Aquaman" nur eine billige "Marvel"-Kopie?

Amber Heard und Jason Momoa spielen Prinzessin Mera und Aquaman.
Amber Heard und Jason Momoa spielen Prinzessin "Mera" und "Aquaman". © picture alliance

Die enorme Ähnlichkeit der rothaarigen Amber Heard mit Schauspielkollegin Scarlett Johansson wirft bei Fans die Frage auf, ob "DC Comics" bei diesem Film nicht ein bisschen zu viel bei "Marvel" abguckt. Und auch der Humor in Aquaman kommt dem der Marvel-Filme erstaunlich ähnlich: Nach jeder ernsteren Szene werfen die Charaktere ein paar flockige bis platte Sprüche ein, um für etwas "Comic Relief" zu sorgen.

"Aquaman" ist eine Empfehlung für alle Comic-Geeks

Die Story selbst ist nichts Neues. Tiefe soll entstehen, in dem immer wieder erläutert wird, was eigentlich easy versändlich ist: Der Superheld muss (mal wieder) für Frieden sorgen, in dem er 140 Minuten lang alles zerschmettert, was ihm in den Weg kommt. Zum Glück sieht Jason Momoa so extrem gut aus, dass man sich während der öden Pseudo-Erklärungen und platten Witze einfach auf den attraktiven Hawaiianer konzentrieren kann. Das stolze Budget von 200 Millionen US-Dollar, schicke Kamerafahrten und aufregende Effekte lassen den Zuschauer selbst in die magische Welt von Atlantis eintauchen. Hier lohnt es, die 3D-Version zu gucken.

Ziemlich beeindruckend: In "Aquaman" wurde eine komplett neue Welt im Atlantik erfunden - Haie reitende Kämpfer inklusive.
Ziemlich beeindruckend: In "Aquaman" wurde eine komplett neue Welt im Atlantik erfunden - Haie reitende Kämpfer inklusive. © picture alliance

Für Superhelden-Fans oder Fans aufwändig gedrehter Action-Szenen ist "Aquaman" sicher zu empfehlen. Wer aber gehofft hat, dass ein 2018er Superheld mit (Geschlechter-)Klischees aufräumt oder einer originellen Story aufwartet, der wird mächtig enttäuscht sein.