Harter, teurer und ungerechter Kampf ums Mutterglück

Anna Wilken über Kinderwunsch: 50.000€ ärmer und immer noch kein Baby

Anna Wilken setzt sich für mehr Unterstützung bei unerfülltem Kinderwunsch ein
Anna Wilken setzt sich für mehr Unterstützung bei unerfülltem Kinderwunsch ein © imago/Future Image, SpotOn

Die ehemalige „Germany’s Next Topmodel“-Kandidatin Anna Wilken (26) wünscht sich nichts sehnlicher als Mutter zu werden. Doch wegen ihrer Endometriose gilt sie als unfruchtbar. Sie hat sieben erfolglose Embryotransfers hinter sich und zwei Fehlgeburten. Dafür musste sie richtig viel Geld in die Hand nehmen. Nun setzt sie sich mit Ärztin und Bloggerin Sarah Plack (33) für mehr Gerechtigkeit bei unerfüllten Kinderwünschen ein.

Anna Wilken musste tief in die Tasche greifen - viele können das gar nicht

Was ist einem der Wunsch zum Familienglück wert? Anna Wilken hat dafür bereits eine ganze Menge Geld in die Hand genommen. „Ich bin seit 2017 in der Kinderwunschklinik, wir sind jetzt fast 50.000 Euro ärmer und ich habe immer noch kein Kind“, verriet das Model der „GALA“ in einem Interview. Eine riesige Summe, für viele Paare mit unerfülltem Kinderwunsch praktisch unerschwinglich.

Anna hatte die nötigen Mittel zur Verfügung und musste alles aus eigener Tasche bezahlen, wie sie erzählt, denn die Krankenkassen unterstützen Frauen erst ab 25: „Ich habe mit 21 die Diagnose Unfruchtbarkeit erhalten, was ich mir nicht ausgesucht habe. Mir wurde von ärztlicher Seite geraten, etwas dagegen zu unternehmen. Hätte ich die finanziellen Mittel nicht gehabt, hätte ich bis zum 26. Lebensjahr mit der Behandlung warten müssen. Das ist unfair.“

Dabei verschlechtern sich die Chancen mit wachsendem Alter. Außerdem würden selbst dann nur die Hälfte der Kosten und auch nur für gleichgeschlechtliche und verheiratete Paar übernommen. Mit der Petition "#KiWuFürAlle" kämpft sie für eine faire Kostenübernahme.

Fehlgeburt ist ein schwerer Verlust

Auch sei in der Gesellschaft noch nicht angekommen, wie schlimm ein unerfüllter Kinderwunsch für betroffene ist. „Viele tun das so ab, als sei der Kinderwunsch nicht zwingend notwendig und dass Paare auch ein kinderloses Leben führen könnten“, so Anna weiter. Das das sei nicht so einfach, sonst würden es sich sicher viele ersparen. „Denn Kinderwunschbehandlungen sind mühsam und psychisch wie physisch extrem herausfordernd.“ Genauso, wie eine Fehlgeburt. Ein Verlust, der fast so schwer wiegt, wie wenn man einen geliebten Menschen verliert.

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Im Video: Erneut musste Anna Wilken eine Fehlgeburt verkraften

Anna Wilken hatte erneut eine Fehlgeburt
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Anna Wilken hatte erneut eine Fehlgeburt

„Ich denke da andauernd dran und kann das auch nicht abstellen, aber das vergisst das Umfeld irgendwann. Wir sind diejenigen, die jede Woche mitrechnen. Wir sind diejenigen, die körperliche Symptome haben, sei es bei einer Ausschabung oder eingeleiteten Totgeburt. Nachdem das Ungeborene draußen ist, ist es damit nicht vorbei.“

Zuletzt musste Anna das im Dezember 2021 durchmachen. Wie sich danach herausstellte, hatte ihr Baby zwei Trisomien. (udo)