Amber Heard über ihr Coming-out: "Jeder hat mir gesagt, es würde meine Karriere beenden"

ARCHIV - US-Schauspielerin Amber Heard kommt am 04.09.2015 bei den Filmfestspielen in Venedig zur Premiere des Films 'Black Mass'. Foto: Ettore Ferrari/dpa (zu dpa 'Depp und Heard erst im August vor Gericht' vom 17.06.2016) +++(c) dpa - Bildfunk+++
Amber Heard: Sie liebt Männer und Frauen. © dpa, Ettore Ferrari

Karriereende wegen Coming-out?

2010 outete sich Amber Heard (30, 'The Danish Girl') als bisexuell - ein Geständnis, das damals für großen Aufruhr in den Medien sorgte. Bei dem zweiten alljährlichen 'Pride & Prejudice'-Event des Magazins 'The Economist' in New York hat die Schauspielerin nun von den Reaktionen der Öffentlichkeit auf ihr Coming-out erzählt. Sie sei von allen davor gewarnt worden, offen über ihre sexuelle Orientierung zu sprechen. Doch das habe sie nicht davon abgehalten: "Ich habe es ohne darüber nachzudenken getan, obwohl mir jeder gesagt hat, dass es meine Karriere beenden würde", so Heard im Gespräch mit Moderator Tom Standage.

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Amber Heard: "Ich wurde mit einem Label gebrandmarkt"

Heard hatte 2010 ein regelrechtes Schlagzeilen-Gewitter ausgelöst, als sie sich während einer Veranstaltung zu ihrer damaligen Partnerin Tasya van Ree (40) bekannte. "Ich habe meine Sexualität nie versteckt. Ich war eine Aktivistin. Ich bin zu Protesten gegangen. Ich habe mich zu der Zeit nie geweigert, meinen Partner mitzubringen, aber es hat mich nie jemand danach gefragt", so Heard auf der Bühne der LGBT-Veranstaltung.

Dann sei sie von dem an Lesben gerichteten Online-Portal 'After Ellen' plötzlich doch darauf angesprochen worden: "Ich wurde danach gefragt, mit wem ich an diesem Abend hier bin und was diese Person für mich bedeutet. Ich habe einfach ehrlich darauf geantwortet, so wie ich es immer gemacht habe, wenn kein Aufnahmegerät auf mich gerichtet war." Sie habe sich nichts dabei gedacht - bis sie den Gesichtsausdruck der anderen Person gesehen habe.

"Da habe ich die Tragweite von dem erkannt, was ich gerade getan hatte und warum so viele Leute - die Studioverantwortlichen, Agenten, Berater - nicht wollten, dass es mit mir in Verbindung gebracht wird. Ich wurde mit einem Label gebrandmarkt", zählte Heard die Konsequenzen des Coming-outs auf. "Ich habe mich nie über die Person definiert, mit der ich zusammen bin." Doch plötzlich sei sie nicht mehr die Schauspielerin Amber Heard gewesen, sondern die lesbische Amber Heard.

"Es war definitiv schwierig"

Das Coming-out habe Auswirkungen auf ihre Karriere gehabt - vor allem weil sie damals eine der Ersten war, die offen über ihre Bisexualität sprach. "Ich war die Einzige, die in diese Richtung gegangen ist. Es war definitiv schwierig, weil es zuvor noch niemand gemacht hatte", so Heard. Heute sei das anders: "Ich bin jetzt eine von vielen und ich arbeite." Sie sei stolz darauf, dass sich immer mehr Hollywood-Stars für ein Coming-out entscheiden.

Zuletzt sorgte Amber Heard hauptsächlich durch ihre Trennung von Ehemann Johnny Depp (53, 'The Lone Ranger') für Schlagzeilen. Seit Anfang 2017 sind sie offiziell geschieden.

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