US-Schauspielerin erhält sogar Morddrohungen

Amber Heard gedemütigt: "Menschen machen sich lustig über meine Aussagen"

Actor Amber Heard testifies during the Depp vs Heard defamation trial at the Fairfax County Circuit Court in Fairfax, Virginia, U.S. May 26, 2022. Michael Reynolds/Pool via REUTERS
Amber Heard kämpft derzeit gegen ihren Ex Johnny Depp vor Gericht © REUTERS, POOL, msc/PD

Der Verleumdungsprozess gegen ihren Ex-Mann Johnny Depp (58) hat der US-Schauspielerin Amber Heard (36) nach eigener Aussage unzählige Gemeinheiten eingebracht, die ihr das Leben zur Hölle machen. Das schilderte sie jetzt vor Gericht.

"Bekomme quasi täglich Morddrohungen"

„Ich werde jeden einzelnen Tag belästigt, gedemütigt und bedroht, allein schon wenn ich in diesen Gerichtssaal laufe“, sagte Heard am Donnerstag vor dem Gericht des Bezirks Fairfax im US-Bundesstaat Virginia.

„Ich bekomme regelmäßig Hunderte Morddrohungen, quasi täglich. Tausende, seit dieser Prozess begonnen hat“, fügte die Schauspielerin hinzu. „Die Menschen machen sich lustig über meine Aussagen, dass ich missbraucht worden bin.“ Depp habe ihr einst gesagt, dass, wenn sie ihn verlasse, er dafür sorgen werde, dass sie jeden Tag ihres Lebens an ihn denken werde, sagte Heard aus. „Johnny hat genug von meiner Stimme und dem Recht, meine Geschichte zu erzählen, genommen. Ich habe das Recht zu erzählen, was passiert ist.“

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Depp wehrt sich gegen Missbrauchsvorwürfe

Depp hatte sich am Vortag erneut gegen die Missbrauchsvorwürfe seiner Ex-Frau verteidigt. Er habe in seiner Beziehung mit Heard „niemals“ körperliche Gewalt angewendet, sagte Depp. Sich vor Gericht zu offenbaren, sei für niemanden einfach. Er habe in dem Verfahren die Wahrheit gesagt, betonte der „Fluch der Karibik“-Star. Die „Aquaman“-Schauspielerin hatte ihrem früheren Ehemann im Zeugenstand mehrfach gewalttätiges Verhalten vorgeworfen.

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Prozess läuft seit 6 Wochen

Der seit sechs Wochen laufende Zivilprozess zwischen den Ex-Eheleuten Depp (58) und Heard (36) ist in der Endphase. Am Freitag werden die Abschlussplädoyers erwartet, im Anschluss geht der Fall an die Geschworenen.

In seiner Zivilklage hält Depp seiner Ex-Frau vor, in einem 2018 von der „Washington Post“ veröffentlichten Kommentar zum Thema häusliche Gewalt falsche Aussagen gemacht zu haben. Dies habe seinem Ruf geschadet. Wegen Verleumdung klagt Depp auf rund 50 Millionen Dollar (gut 46 Millionen Euro) Schadenersatz, Heard hat eine Gegenklage auf 100 Millionen Dollar eingereicht.

Die beiden Schauspieler hatten sich 2009 bei den Dreharbeiten zu dem gemeinsamen Film „The Rum Diary“ kennengelernt. 2015 heirateten sie, doch nach 15 Monaten Ehe reichte Heard die Scheidung ein. (dpa / cch)