Alina: "Der Vergleich mit Adele ist ein großes Lob für mich"

Alina: "Der Vergleich mit Adele ist ein großes Lob für mich"
Ist Alina die deutsche Adele? © Universal Music, SpotOn
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Debütalbum "Die Einzige"

In ihren Liedern steckt nicht nur viel Persönlichkeit und Inhalt, sondern sie werden auch noch mit einer gewaltigen Stimme mit Gänsehaut-Garantie vorgetragen. Die deutsche Newcomerin Alina, die um ihr genaues Geburtsdatum ein kleines Geheimnis macht, feiert mit ihrem Album "Die Einzige" am heutigen Freitag ihr Debüt. Im Interview mit der Nachrichtenagentur spot on news bezieht sie Stellung zum von der Presse gerne bemühten Vergleich mit Pop-Superstar Adele (29). Außerdem spricht sie offen darüber, warum sie ein Problem mit der Castingshow "Germany's next Topmodel" hat.

Bereits vor Ihrem Debütalbum haben Sie viele Vorschusslorbeeren eingeheimst. In der Presse werden Sie gerne als "deutsche Adele" betitelt. Freut Sie das oder baut dieser Vergleich eher Druck auf?

Alina: Ich bin sehr dankbar dafür, dass sich die Presse für meine Musik interessiert. Den Adele-Vergleich finde ich gar nicht schlimm - ganz im Gegenteil. Es ist ein großes Lob für mich, mit der erfolgreichsten Pop-Sängerin unserer Zeit verglichen zu werden, und ich bin selbst Fan ihrer Musik. Es ist zudem das Natürlichste der Welt verglichen zu werden: Adele war die neue Amy Winehouse, Mariah Carey die neue Whitney Houston. Wenn ich mich da einreihen darf, bin ich mehr als glücklich. Den meisten Druck mache ich mir wenn dann selbst. Ich bin sehr akkurat und detailverliebt und habe bei meinem Album bis zum Schluss überall die Zügel in der Hand gehalten und nichts dem Zufall überlassen. Ich wollte das so und würde es immer wieder tun - aber das kann auch ganz schön anstrengend sein.

Ein Blick auf Ihre Vita verrät, Sie sind eigentlich auf Sicherheit bedacht. Sie haben ein Bachelorstudium abgeschlossen und waren zwei Jahre auf der Popakademie in Mannheim. Dann doch der Sprung ins kalte "Musik-Wasser". Wie schwer ist Ihnen das gefallen?

Alina: Ich glaube, Sicherheit ist bei mir relativ. Weder das Studium der Geisteswissenschaften noch das des Popmusikdesigns waren für mich eine Garantie für etwas. Ich wusste allerdings immer, dass man nur in etwas großartig sein kann, das man wirklich liebt. Bei meinem ersten Bachelor fühlte ich mich viel verlorener und wusste nicht wohin mit mir, als später an der Popakademie. Dort war ich zum ersten Mal umgeben von Gleichgesinnten, die nichts anderes wollten, als Musik zu machen. Das war ein wunderbares Gefühl der Zugehörigkeit. Ich spürte schon auf der Heimfahrt nach meiner Aufnahmeprüfung in Mannheim, dass das der Anfang von etwas Gutem sein würde. Musik zu machen hat mir nie Angst gemacht - das "Musik-Wasser" ab und zu allerdings schon.

Haben Ihre Eltern Sie bei diesem Weg unterstützt oder hätten Sie lieber gesehen, dass Sie die Popakademie noch abschließen?

Alina: Meine Eltern sind meine größten Fans und da ich gute Gründe hatte für den Abbruch und schon einen Bachelor in der Tasche, waren sie nicht wirklich besorgt. Meine Mutter hatte eher Angst, dass wir uns seltener sehen würden, weil Berlin so weit weg ist.

Haben Sie einen Plan B, falls Sie mit der Musik nicht genug Geld fürs Leben verdienen können?

Alina: Nein. Ich glaube, solange man über einen Plan B nachdenkt, kann man Plan A nicht richtig verfolgen.

Ihr Debütalbum trägt den Namen "Die Einzige". Wie ist der Titel zu verstehen?

Alina: Nachdem ich die Songs für das Album geschrieben habe, ist mir im Nachhinein der rote Faden ins Auge gestochen: Alle Texte entstehen bei mir in einem Moment größter Intimität und immer, wenn ich über etwas schreibe, komme ich mir so vor, als ginge es nur mir so damit. "Die Einzige" beschreibt genau diesen Zustand des "Mit sich alleine seins". Außerdem habe ich in meinen Texten oft eine Dualität aus starken Begriffen oder schillernden Aufhängern, die etwas über meine Verletzlichkeit erzählen: "Die Einzige", die für immer alleine bleibt oder "Die Schönheitskönigin", die mit sich hadert. Das hat sich als eine Art Grundprinzip des Albums entpuppt.

Im gleichnamigen Track singen Sie davon, die Einzige zu sein, die die große Liebe nicht findet. Sind Sie tatsächlich (unglücklicher) Single?

Alina: Wie jeder andere Single habe ich gute und schlechte Phasen. Einerseits liebe ich meine Freiheit und andererseits würde ich am liebsten alles mit einem Menschen teilen können. Man kann allerdings auch in einer Partnerschaft "zweisam einsam" sein und das wäre für mich der noch viel schlimmere Zustand. Daher warte ich lieber auf die große Liebe und kuschel bis dahin mit meiner Katze.

Ihre Songs zeugen von großer Offenheit. Keine Angst dadurch besonders verletzlich zu werden?

Alina: Es gäbe für mich nichts Schlimmeres als unauthentisch zu sein.

Im Titel "Schönheitskönigin" singen Sie gewiss vielen Mädchen aus der Seele. Haben Sie selbst mal mit Ihrem Aussehen gehadert? Wie sehen Sie in diesem Zusammenhang Shows wie "Germany's next Topmodel"?

Alina: Wir sind alle nicht perfekt und ich glaube, jeder hadert ab und zu mit sich. So geht es mir auch. Ich arbeite an meiner Selbstliebe, denn sie ist leider kein Dauerzustand. Zu "GNTM" fällt es mir schwer, die richtigen Worte zu finden. Warum muss man immer gegeneinander antreten, sich vergleichen oder öffentlich bewerten lassen? Ich sehe täglich so viele schöne Mädchen, Frauen, Männer oder Transgender auf den Straßen von Berlin. Von klein bis groß, dunkel bis hell, dünn bis dick, jung und alt, schlicht bis exzentrisch. Ich sehe in all diesen verschiedenen Formen so viel Schönheit und Perfektion. Das lässt sich nicht vergleichen und auch nicht bewerten. Leider ist in den Medien immer noch zu wenig Vielfalt vertreten. Das Umdenken hat begonnen - wir stehen aber immer noch am Anfang und es muss noch viel passieren.

Wie wichtig ist Ihnen Fashion? Gibt es hier eine Sängerin, die Sie inspiriert?

Alina: Mode und Make-up sind für mich neben der Musik weitere Formen mich auszudrücken. Ich gehe gerne mit den Trends und probiere neue Dinge aus, setze aber auch auf klassische Elemente. Stil kann man unabhängig vom Geldbeutel oder der Kleidergröße haben, und ich finde es wichtig, sich auch mal was zu trauen. Aktuell mag ich den Stil von Dua Lipa - sie erinnert mich immer etwas an Sporty Spice und somit an meine Kindheit. Lana Del Rey trägt wunderschönes Make-up und hat wahnsinnig schöne Haare und ich liebe bei ihr den Mix aus Retro und Modern.

Haben Sie ein musikalisches Vorbild?

Alina: Oh, ich habe so viele Musiker, die ich vergöttere: Michael Jackson, Mariah Carey, Amy Winehouse, Lana Del Rey, Prince, Alexandra, Maria Callas, Hildegard Knef, Ray Charles und viele mehr. Ich entdecke ständig Neue. Das ist so toll, dass das nie aufhört.

Mit welchen Künstlern würden Sie gerne mal zusammenarbeiten?

Alina: Deutschsprachige Künstler: Herbert Grönemeyer, Bilderbuch, Wanda oder Yung Hurn. Weltweit: Rick Rubin, Mark Ronson, Lana Del Rey, Dave Grohl, Rufus Wainwright, Stevie Wonder, Mariah Carey, Bruno Mars und so viele mehr.

Welche Musik hören Sie privat gerne?

Alina: Aktuell die Platte von Harry Styles. Sie erinnert mich an meinen Lieblings-Soundtrack "Eiskalte Engel". Hat viel vom Grunge-Pop Ende der 90er, was ich mag. Für mich, neben "Lust For Life" von Lana Del Rey, das stärkste Pop-Album des Jahres. Außerdem liebe ich "Love Hotel" von Yung Hurn und "Eros" von RIN. "Bungalow" von Bilderbuch ist für mich auch ein Meisterwerk. Und was nie fehlen darf, sind die Diven der 90er - allen voran Mariah Carey. Aktuell ist es die "MTV Unplugged"-EP, besonders der Song "Can't let go", auf denen ich hängen geblieben bin!

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