Vom Underdog zum gefeierten Popstar

Alicia Keys hätte leicht als Prostituierte auf der Straße enden können

Alicia Keys: Vom Underdog zum gefeierten Popstar
Alicia Keys feiert am 25. Januar ihren 40. Geburtstag. © RCA /Sony Music, SpotOn

Alicia Keys Schicksal war durch ihre Herkunft eigentlich schon vorbestimmt

Happy Birthday! Sängerin Alicia Keys feiert ihren 40. Geburtstag und kann auf eine überragende musikalische Welt-Karriere zurückblicken. Dabei hätte die Lebensgeschichte des Stimmwunders auch ganz anders ausgehen und Alicia als Prostituierte auf der Straße landen können. Zunächst sah die Zukunft nämlich gar nicht rosig für die junge Alicia aus.

„Das New York aus dem ich kam, war dunkel und zerstörerisch“

Für ihren heutigen Erfolg musste die Sängerin kämpfen. Einer ihrer bekanntesten aktuellen Songs trägt den Titel "Underdog". Auch Alicia war als Kind ein solcher "Underdog", zu Deutsch "Außenseiter". Sie wuchs im Viertel Hell's Kitchen im New Yorker Stadtbezirk Manhattan auf, das lange Zeit als einer der gefährlichsten Orte der US-amerikanischen Großstadt galt.

Im September 2020 erklärte sie im Interview mit „The Guardian“, dass es von dort eigentlich keinen Ausweg gab und ihr Schicksal praktisch schon vorgezeichnet war: „Ich hätte eigentlich als Prostituierte, als 16-jährige Mutter oder Drogenabhängige enden sollen. Das New York aus dem ich kam, war dunkel und zerstörerisch“.

Es kam anders. Auch, weil Alicia in ihrer Mutter starken Rückhalt hatte. "Ich wurde von einer alleinerziehenden Mutter aufgezogen. Sie ist ein Champion, sie ist meine Inspiration. Die Leute sagten, ich würde es nie weit bringen, aber ich wurde geschaffen, um sie eines Besseren zu belehren", erklärte sie Sängerin Anfang 2020 im Interview mit "Complex".

Alicia Keys' legte eine steile Karriere hin

Schon von klein auf begeisterte sie die Musik, mit fünf Jahren erhielt der spätere Popstar den ersten Klavier- und Ballettunterricht. Die High School schloss Keys vorzeitig ab, danach entschied sie sich gegen ein Studium und für die Musik. Aus ihrem ersten Label-Vertrag wurde jedoch nichts.

Erst im Jahr 2001 gelang ihr der große Durchbruch mit ihrem Debütalbum "Songs in A Minor", das sich weltweit über zwölf Millionen Mal verkaufte. Was danach kam, ist Musikgeschichte: Songs wie "Fallin'" (2001), "Another Way to Die" (2008), "Empire State of Mind" (2009) und "Girl on Fire" (2012) eroberten die Charts auf der ganzen Welt. 15 Grammys hat Alicia Keys bislang gewonnen, 2019 und 2020 moderierte sie selbst die Verleihung des Musikpreises.

"Ich bin näher bei mir als je zuvor"

Mittlerweile ist Keys bei sich angekommen. Die 40-Jährige erzählte im vergangenen Jahr, dass sie erst durch die Arbeit an ihrem neuesten Album "ALICIA" erfahren habe, wer sie wirklich sei. "Ich bin an einem Ort in meinem Leben, an dem ich all die verschiedenen Facetten von mir liebe und akzeptiere", erklärte sie "Complex".

"In der Vergangenheit habe ich nur bestimmte Seiten von mir gekannt." Nun sei sie bereit, mit allen Seiten auf Tuchfühlung zu gehen. Nie zuvor habe sie ein Album "ALICIA" betiteln können. Nun jedoch sei sie "näher bei mir als je zuvor". Auch privat läuft es rund bei der 40-Jährigen: Seit über zehn Jahren ist sie mit Rapper Swizz Beatz (42) verheiratet, die beiden haben die gemeinsamen Söhne Egypt (10) und Genesis (6).

Politischer Pop gegen Rassismus und Polizeigewalt

Zuletzt hat sich Alicia Keys auch vermehrt politisch geäußert. Im US-Wahlkampf 2020 rief sie dazu auf, wählen zu gehen. Auf ihrem neuen Album "ALICIA" thematisierte sie Rassismus und Polizeigewalt, etwa in den Songs "Underdog" und "Perfect Way To Die". Letzteren singt Keys aus der Perspektive einer Mutter, deren Kind ermordet wurde, wie sie in einem Statement zum Song erklärte. "So viele sind zu Unrecht gestorben", sagte sie. "Wir alle wissen, dass keines dieser unschuldigen Leben aufgrund von Polizeigewalt hätte genommen werden dürfen."

Erst kürzlich forderte sie mit einigen weiteren Künstlern einen strikten Einsatz gegen Rassismus. Die Botschaft richtete sie an die neue US-Regierung unter Joe Biden (78), der am 20. Januar in seinem Amt vereidigt wurde. In dem Video, das von "NowThis" veröffentlicht wurde, werden die Namen einiger Opfer von Polizeigewalt genannt.

Am Martin Luther King Day, der am 18. Januar gefeiert wurde, schrieb Keys auf Instagram: "Es gibt so viel zu verändern, vor allem im andauernden Kampf für Gerechtigkeit und gegen weiße Vorherrschaft und Rassismus. Aber wir sehen, wie weit wir kommen, wenn wir es gemeinsam tun! Das hat sich im vergangenen Jahr für mich wirklich herauskristallisiert. Lasst euch von nichts entmutigen, weil wir zusammen so stark sind."

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