Alanis Morissette wurde kurz vor ihrem Durchbruch von mehreren Männern vergewaltigt

Alanis Morissette bei einem Pressetermin
Alanis Morissette packt über ihre Vergangenheit aus. © picture alliance, dpa | Sven Hoppe

Alanis Morissette spricht über traumatische Erlebnisse

Lange hat Alanis Morissette (47) über ihre traumatische Vergangenheit geschwiegen, jetzt will sie ihre Erlebnisse endlich aufarbeiten. Zu schmerzhaft sind die Erinnerungen an die ersten Jahre ihrer Karriere. Wie die Sängerin jetzt in einem neuen Dokumentarfilm offenbart, sei sie mit 15 Jahren von mehreren Männern vergewaltigt worden.

Vor ihrem großen Durchbruch ging Alanis Morissette durch die Hölle

Mit Spannung wurde die „Zombie“-Interpretin am Montag beim Toronto Film Festival erwartet, doch sie fehlte. Vielleicht aus einem guten Grund. Bei dem Event feierte der HBO-Film „Jagged“ Premiere, der das Leben der berühmten Sängerin porträtiert. Und in der Dokumentation ihres Lebens soll Alanis laut „Washington Post“ mit ihrer Vergangenheit abgerechnet haben. Reporter, die vor Ort waren und den Film gesehen haben, berichteten, dass Alanis in einem Interview schwere Vorwürfe erhoben habe.

Demnach soll sie öffentlich gemacht haben, dass sie im Alter von nur 15 Jahren, also kurz vor ihrem großen Durchbruch, Opfer sexuellen Missbrauchs geworden ist. Mehrere Männer aus der Branche sollen sich damals an ihr vergangen haben, wie sie jetzt nach all der Zeit auspackt. Wer genau die Männer sind, ist nicht klar, Namen soll Alanis nicht genannt haben.

Alanis Morissette fühlte sich nicht gehört

Warum sie nicht früher über die traumatischen Erlebnisse gesprochen hat? Darauf soll sie wie folgt geantwortet haben: "Ich habe es ein paar Leuten erzählt und stieß auf taube Ohren.“ Eine Horror-Erfahrung, wenn man sich öffnet und trotzdem das Gefühl hat, dass einem niemand glaubt.

Stattdessen soll sich die Künstlerin schon früh externe Hilfe gesucht haben, in der ihr einiges klar geworden sei: „Ich habe Jahre in der Therapie gebraucht, um überhaupt noch einmal zugeben zu können, dass es von meiner Seite irgendeine Art von Viktimisierung gegeben hat“, habe sie in der Doku beschrieben. In den Folgejahren – auch nach den Geburten ihrer Kinder – soll Alanis trotzdem immer wieder an schweren Depressionen gelitten haben.

Heute sehe sie die Täter mit klaren Augen und wisse: „Das sind alle Pädophile. Es ist alles gesetzliche Vergewaltigung.“ Sie versuche außerdem, ein weitgehend normales Leben zu führen, ist Ehefrau und Dreifach-Mama. Nur manchmal kämen all die schlimmen Erinnerungen wieder hoch. Bleibt zu hoffen, dass sie jetzt ein für alle Male damit abschließen kann. (cch)