AfD-Politiker treten gegen Oliver Pocher nach

Oliver Pocher
Comedian Oliver Pocher © imago/Future Image, Clemens Niehaus, imago stock&people

Diese Auseinandersetzung sorgte nicht nur im Netz für Gesprächsstoff!

Comedian Oliver Pocher (41) lieferte sich bei Twitter einen erbitterten Wortkrieg mit den AfD-Politikern Alice Weidel, Karsten Woldeit und Verena Hartmann. Auslöser war ein Tweet Weidels zur Wahnsinns-Tat des mutmaßlichen ICE-Schubsers Habte A. aus Eritrea.  Der Familienvater hatte am Frankfurter Hauptbahnhof einen Achtjährigen vor einen einfahrenden Zug gestoßen. Für den Jungen kam jede Hilfe zu spät. Die Politikerin kommentierte dies mit den Worten. "Schützt endlich die Bürger unseres Landes - statt der grenzenlosen Willkommenskultur!" Pocher platzte daraufhin der Kragen. Er bezeichnete den Tweet zunächst als "dumm und ekelhaft", lieferte sich dann einen viralen Schlagabtausch mit den drei AfD-Politikern. Auf RTL-Anfrage treten Karsten Woldeit und Alice Weidel sogar nochmal gegen Pocher nach.

"Als Comedian sollte man mehr Fingerspitzengefühl zeigen"

"Ich begrüße es grundsätzlich, wenn sich Personen des öffentlichen Lebens an politischen Debatten beteiligen", sagt Karsten Woldeit zu RTL. "Wenn es allerdings um so ein hochsensibles Thema, wie den Mord eines Kindes geht, sollte man als Comedian eventuell mehr Fingerspitzengefühl zeigen und nicht gleich eine politische Partei mit Beleidigungen überziehen." Pocher meinte u.a. die AfD sei keine Alternative für Deutschland sondern "gefühlskalter Abschaum."  Woldeit weiter: "Ich finde es gut, dass Herr Pocher dann im Laufe der Debatte zumindest ein Stück weit zur Sachlichkeit gekommen ist, da auch er sicherlich nachvollziehen kann, dass offensichtlich die politische Kompetenz eines Innenpolitikers in der Regel höher zu bewerten ist, als die eines Showmasters."

"Können sich ein paar AFD-Abgeordnete deutlich distanzieren!?"

Auch Alice Weidel schoß nochmal gegen den TV-Star: "Das Phänomen ist stets das Gleiche. Die Promi-Blase der sogenannten Zivilgesellschaft, versucht bei diesen Ereignissen zu relativieren. Nach dem Motto: 'Ein schreckliches Ereignis, wie es aber täglich vorkommen kann.' Dem ist aber nicht so." Weidel meint: "Wenn der Mann, nachdem in der Schweiz gefahndet wurde, an der Grenze gestoppt worden wäre, wäre es nie zu dieser Tat gekommen." RTL fragte auch Oliver Pocher an. Der Comedian wollte sich bislang aber noch nicht äußern. Auf seiner Facebook-Seite postete er aber dieses Statement: "Solange solche Abgeordneten, die 'den Tag der Geburt von Frau Merkel verfluchen', im Bundestag für die AFD sitzen, braucht man mit Euch nicht diskutieren...oder können sich mal ein paar AfD Anhänger/Abgeordnete von so einer Beleidigung DEUTLICH distanzieren!?" Neben einigen Negativ-Kommentaren bekam Pocher viel Zuspruch für seine Haltung im Twitterkrieg. Ein Kommentar lautete: "Mensch Oli, kaum zu glauben, so etwas von dir zu lesen. Ich bin begeistert."