'Zwei an einem Tag': Tragische Liebe

4 von 5 Punkten

Kriegen sie sich oder kriegen sie sich nicht? In ihrem neuen Film bekommt Anne Hathaway ihr Liebesleben einfach nicht in den Griff. Dabei wünscht sich der Zuschauer schon sehr schnell, dass der ‚Teufel trägt Prada’-Star und Frauenheld Jim Sturgess in der Verfilmung des Nr.1-Bestsellers einfach füreinander bestimmt sein müssen. Doch trotz Hathaways Wandlung vom grauen Mäuschen zur erfolgreichen Karriefrau lässt die Liebe in ‚Zwei an einem Tag’ lange auf sich warten.

Dabei sind die beiden bei ihrem Kennenlernen alles andere als zaghaft. Ganz im Gegenteil: Es geht Schlag auf Schlag, als die scheue Emma Morley (Anne Hathaway, ‚Plötzlich Prinzessin’) und der Schönling Dexter Mayhew (Jim Sturgess, ‚Die Schwester der Königin’) am Tag ihres Examens nach einer durchzechten Nacht am 15. Juli 1988 aufeinandertreffen. Trotz der Gegensätze kommen sich die beiden allerdings schnell näher – und landen prompt im Bett. Doch zum Sex kommt es nicht, was sowohl an Dexters Alkoholpegel als auch an Emmas Schüchternheit liegt.

Aber Sex ist ja bekanntlich nicht alles: Immerhin findet der lebenshungrige Dexter in der besonnenen Emma eine echte Freundin. Über einen Zeitraum von 20 Jahren darf der Zuschauer die beiden ungleichen Freunde nun begleiten. Immer am 15. Juli, dem Tag ihres Kennenlernens, springt die Erzählung ein Jahr weiter. Während Dexter im Laufe der Jahre zum gehypten TV-Moderator wird, scheint Emmas Leben aus Pech, miesen Jobs und unerfüllten Träumen zu bestehen. Doch natürlich bliebt nichts, wie es war: Das Blatt wendet sich irgendwann. Während Dexter den Verlockungen von Alkohol, Drogen und Frauen nicht widerstehen kann, genießt Emma auf einmal den Erfolg ihrer harten Arbeit.

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Natürlich ist dem Zuschauer schnell klar: Dexter und Emma sind füreinander bestimmt. Doch bis es zu einer Wende in der Geschichte kommt, vergehen noch viele Juli-Tage. Ob es wirklich auch ein Happy-End geben wird? Wer den gleichnamigen Bestseller von David Nicholls, der auch das Drehbuch verfasste, gelesen hat, ist ohnehin im Bilde. Die dänische Regisseurin Lone Scherfig (‚Italienisch für Anfänger’) geleitet den Zuschauer mit schönen Bildern und tollen Hauptdarstellern geschickt durch die Jahre und spannt ihn dabei auf die Folter: Werden die beiden wirklich irgendwann zueinander finden?

Anne Hathaway und Jim Sturgess nimmt man dabei sowohl die Rollen der verspielten jungen Erwachsenen genauso gut ab, wie das gealterte Paar in den 40ern. Als Paar, das über so viele Jahre hinweg einfach nicht zueinander finden kann, sind die beiden perfekt besetzt. Der einem größerem Publikum noch eher unbekannte Sturgess dürfte in der Bestsellerverfilmung vor allem die Damenwelt ganz besonders beeindrucken. Vom smarten Draufgänger über den Junkie bis hin zum liebevolle Vater und Ehemann – Sturgess ist dabei immer unverschämt sexy.

Regisseurin Scherfig bietet dem Kinobesucher eine Geschichte, in die er komplett abtauchen kann. Sie ist schön, tragisch und komisch zugleich. Schon die Buchvorlage begeisterte Millionen von Lesern. Ob dieser Erfolg aber auch auf die Leinwand übertragen werden kann, bleibt abzuwarten. Dabei ist die tragische Liebesgeschichte zweier Menschen, die etwas suchen, was eigentlich schon immer da war, perfekt für einen kalten Herbstabend: Nachdenklich, bunt und schön.

Von Elke Feldmann

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