Zum Tod von Lemmy: So wurde er zur Legende

Zum Tod von Lemmy: So wurde er zur Legende
Lemmy Kilmister im Juni 2015 bei einem Auftritt seiner Band Motörhead im britischen Glastonbury © Joel Ryan/Invision/AP

Bei seinem Lebenswandel hatte mancher wohl daran geglaubt, dass Lemmy Kilmister (1945-2015) womöglich unsterblich sei. Fans erzählen seit Jahrzehnten von unvergesslichen Abenden, an denen sie mit dem Sänger, Bassist und Gründer der legendären Rockband Motörhead getrunken und geraucht haben.

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Alkohol und laute Musik

"Offensichtlich bin ich immer noch unzerstörbar", erzählte Lemmy noch im August in einem Interview mit dem britischen "Guardian". Gegen den Krebs hatte aber auch er keine Chance. Am Dienstag starb Lemmy im Alter von 70 Jahren an den Folgen einer aggressiven Krebserkrankung, die erst am 26. Dezember festgestellt worden war, wie seine Bandkollegen via Facebook bekannt gaben.

 

Dabei war seit einiger Zeit zu sehen, dass es dem gebürtigen Engländer aus Stoke-on-Trent nicht mehr sonderlich gut ging. Im gleichen Interview erklärte Lemmy, dass er mittlerweile nur noch eine Schachtel in der Woche rauche und seinem Lieblingsdrink - Jack Daniel's mit Cola - abgeschworen hatte. Aus Gesundheitsgründen habe er seither zu Wodka mit Orangensaft gegriffen, angeblich wegen seiner Diabetes-Erkrankung. "Ich mag Orangensaft lieber, [...] Coca-Cola kann sich also verpissen", erklärte Lemmy gewohnt unverblümt.

 

Geschichten und Mythen

 

Laute und schnelle Musik wie der Motörhead-Überhit "Ace of Spades", Alkohol- und Drogenexzesse und die erwähnten Geschichten der Fans sowie Mythen rund um den Sänger sind es, die Lemmy zur Legende gemacht haben. Kein Wunder, dass einer der derzeit bestbewerteten Kommentare unter der Facebook-Mitteilung von Motörhead auch eine ebensolche Story ist. Ein Fan erzählt dort davon, wie Lemmy ihm zu seinem 18. Geburtstag seinen ersten legalen Drink spendiert hat.

Im Gespräch mit der "Welt" erzählte Lemmy 2012, wie er 1967 als Roadie für Jimi Hendrix ("Hey Joe") gearbeitet hatte, "und wir waren die ganze Zeit total verstrahlt. Er hat dieses Acid aus den Staaten mitgebracht, das er von Owsely selbst, dem Typ, der es erfunden hat, bekam. Es war also rein. Eine sehr interessante Zeit."

Genauso erklärte er gegenüber der Zeitung, dass der Song "Motorhead", den Lemmy für seine Vorgängerband Hawkwind geschrieben hatte, aus der er 1975 hinausgeworfen wurde, davon handle, "wie ich mich nach drei durchwachten Nächten auf Speed fühlte. Ich borgte Roy Woods eine Gitarre und stand morgens um sieben Uhr wild heulend auf dem Balkon." Und all dies sind nur wenige Geschichten und Überlieferungen, die fast immer das gleiche Bild von Lemmy zeichnen. Das Bild einer Rocklegende.

 

Metallica und Sid Vicious

 

Welchen Einfluss Lemmy nicht nur auf seine Fans sondern auch auf viele seiner Musikerkollegen hatte, das zeigt sich schon daran, dass unter anderem Metallica, Ozzy Osbourne, Gene Simmons, Billy Idol, Dave Navarro, Social Distortion, Sepultura, Ice T und die Dead Kennedys über die bekannten Social-Media-Kanäle Abschied von der Legende nahmen. So sei Lemmy "einer der Hauptgründe weshalb [Metallica] existiert. Wir werden dir für immer für all die Inspiration dankbar sein."

Dem 1979 verstorbenen Sex-Pistols-Mitglied Sid Vicious ("My Way") soll der Sänger und Bassist sogar versucht haben, das Bassspielen beizubringen. Doch laut Lemmy sei der Punk-Rocker ein "hoffnungsloser Fall" gewesen. Zwar hat Lemmy die Flasche, die Zigaretten und das Mikro nun für immer beiseitegelegt, doch sein Andenken dürfte genauso "unzerstörbar" sein, wie er es einst selbst von sich angenommen hatte.

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