"Zoolander 2": Klamauk-Overkill mit Starbesetzung

"Zoolander 2": Klamauk-Overkill mit Starbesetzung
Die Models Derek Zoolander (Ben Stiller, Mitte), Hansel (Owen Wilson) und Fashion-Polizistin Valentina (Penélope Cruz) müssen die Welt retten © Paramount Pictures

Bei der Fortsetzung eines überdrehten Kassenschlagers wie "Zoolander" ist purer Wahnwitz gerade gut genug. Höher, schneller, weiter, schriller muss das Motto lauten, auf "je mehr" folgt im deutschen Volksmund schließlich "desto besser" und zu viel des Guten gibt es ohnehin nicht, oder? Das Gegenargument: "Zoolander 2".

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Fortsetzung nach 15 Jahren

Keine Macht der Mode

15 lange Jahre ist es her, seit Derek Zoolander (Ben Stiller) im ersten Teil als "bestes männliches Model" dank seines "Magnum"-Blicks die Modewelt retten konnte. Doch seither hat sich viel getan: Matilda Jeffries, die Liebe seines Lebens, wurde von einem gigantischen Buch erschlagen, das Sorgerecht für den gemeinsamen Sohn ging kurz danach auch noch flöten. Sein Leben fristet Zoolander zu Beginn des Films daher als modebewusster Einsiedler fernab der Schönen und Superschönen - bis eines Tages Billy Zane vor seiner Berghütte steht und ihm die Einladung für eine Modenshow überreicht.


Doch noch nicht einmal bei der Veranstaltung angekommen, trifft Zoolander auf einen alten Vertrauten: Auch Hansel (Owen Wilson) ist dem Ruf der Modezarin Alexanya Atoz (Kristen Wiig) gefolgt und freut sich zunächst nicht sonderlich, seinen einstigen Konkurrenten wiederzusehen. Doch den beiden bleibt keine andere Wahl, als zu kooperieren: Eine geheime Organisation meuchelt Promis wie Justin Bieber und Kanye West ab und auch Dereks Sohn ist in großer Gefahr. Nur die beiden trotteligen Ex-Models und Fashion-Polizistin Valentina (Penélope Cruz) können den Fall lösen.


Das "Austin Powers"-Phänomen

Bei "Zoolander 2" fühlt man sich unweigerlich an die Fortsetzungen von "Austin Powers" mit Mike Myers erinnert. Ein witziger und origineller erster Teil, der in den Nachfolgern viel zu oft zitiert wird und dieselben Gags in recyceltem Gewand abfeuert. Doch genau hier liegt das Problem von Klamauk-Filmen: Sie leben vom Überraschungseffekt und der damit einhergehenden Situationskomik. Models, die so dumm sind, dass sie sich an einer Tanke neckisch mit Benzin abspritzen und in die Luft jagen - komisch. Models, die so dumm sind, dass sie in Lava hüpfen - eine langweiligere Version von Gag Nummer eins. Und beim zweiten Mal ist selbst der lustigste Witz nicht mehr so komisch.


Viel zu häufig ertappt man sich während der knapp 90 Minuten dabei, lachen zu wollen, doch von "Zoolander 2" keine echte Gelegenheit dafür zu bekommen. Allen voran hat die Chemie zwischen Stiller und Wilson in den vergangenen 15 Jahren ziemlich gelitten. Das komödiantische Timing zumindest scheint den beiden Hauptdarstellern in vielen Szenen abhandengekommen zu sein. Und so reibt man sich stellenweise verwundert die Augen, dass das wirklich der beste Take gewesen sein soll, der es in den finalen Film geschafft hat. "Ich habe das Feuer in meinem Gesicht verloren", jammert an einer Stelle der frustrierte Zoolander. Selbiges gilt auch für Stiller.


Film lebt von den Gastauftritten

Für die wenigen Glanzmomente sorgen dagegen andere. Den Auftritten einiger Gaststars ist es zu verdanken, dass "Zoolander 2" nicht zu einer kompletten Enttäuschung verkommt. Allen voran Benedict Cumberbatch als androgynes Model All ist in den wenigen Sekunden, in denen er zu sehen ist, witziger als Stiller, Wilson und Will Ferrell alias Bösewicht Mugato zusammen. Auch Kristen Wiig als dezent operiertes Donatella-Versace-Lookalike nutzt ihre geringe Screentime bestens aus. Überhaupt ist es beeindruckend, welche Stars sich zu einem Mini-Auftritt in "Zoolander 2" überreden ließen. Um den Überraschungseffekt nicht zu zerstören, sollen die Promis an dieser Stelle nicht verraten werden. Nur so viel sei gesagt - manche von ihnen entgehen einem regelrecht, sollte man im falschen Moment kurz wegschauen.


Fazit:

Die 15 Jahre Wartezeit auf die Rückkehr von Derek Zoolander, Hansel und den Superschurken Mugatu haben sich nicht gelohnt. Zwar sind die meisten Gaststars durch die Bank urkomisch und man sieht ihnen den Spaß an, den sie während der Dreharbeiten hatten - über 90 Minuten kommt letztendlich davon aber zu wenig beim Zuschauer an. Gerade Stiller und Wilson enttäuschen in dieser Hinsicht doch sehr.



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