Zauberhaft: 'Arthur Weihnachtsmann'

Zauberhaft: 'Arthur Weihnachtsmann'

5 von 5 Punkten

Im Zeitalter von Google und Co. geraten Eltern immer öfter in akute Erklärungsnöte: Wenn der Weihnachtsmann am Nordpol wohnt, warum kann man sein Haus dann bei Google Earth nicht finden? Und wie schafft er es bei dem Bevölkerungswachstum eigentlich noch, alle Geschenke in einen Sack zu bekommen? Fliegt er mit Überschallgeschwindigkeit? Aber bei dem Tempo müsste er mitsamt Schlitten und Rentieren doch in Flammen aufgehen? Der niedliche Trickfilm ‚Arthur Weihnachtsmann‘ schafft jetzt endlich Abhilfe und liefert kritischen Kids den wasserdichten Beweis: Den Weihnachtsmann gibt es wirklich!

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Er hat eben einfach technikmäßig extrem aufgerüstet. Der Rentier-Schlitten hat ausgedient und wurde durch ein Flugschiff mit 15,22 Billionen RS (Rentierstärken) ersetzt. Und statt sich durch den Schornstein in jedes Haus zu quetschen, wird jedes Wohnzimmer von einem Haufen Elfen in exakt 18,14 Sekunden mit Strumpf-Füll-Kanonen und Geschenkpapier-Pistolen abgefertigt. Die Autoren und Zeichner haben wirklich ein wahres Kreativitäts-Feuerwerk an originellen Ideen abgebrannt. Auch der erwachsene Zuschauer möchte nach dem Film wieder glauben, dass da oben am Nordpol wirklich ein rundlicher Mann mit Rauschebart und roter Knollennase sitzt, der jedes Jahr mit seinem Schlitten die Welt bereist.

Arthur ist der etwas trottelige Sohn von Santa Claus und liebt alles, was mit Weihnachten zu tun hat. In jeder einzelnen der 99 Kinominuten ist zu spüren, dass der Junge mit den blinkenden Rentierpuschen und den schlaksigen Storchenbeinen mit extrem viel Hingabe gezeichnet wurde. Es sind die Details, die das Herz des Cineasten erwärmen. Arthur liebt Weihnachten so sehr, dass er einen 365-Tage-Adventskalender besitzt und an jedem Tag des Jahres einen anderen Weihnachtspullover trägt. Außerdem kann er ‚Stille Nacht‘ rückwärts singen. Komplett.

'Arthur Weihnachtsmann'
'Arthur Weihnachtsmann' Kinostart: 17. November 2011 00:01:12
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Zauberhaft: 'Arthur Weihnachtsmann'

Eigentlich wäre er also der perfekte Nachfolger für seinen Vater - doch leider hat Arthur auch ein paar Eigenschaften, die ihn für den Job disqualifizieren: Er ist allergisch gegen Schnee, hat Höhenangst und fürchtet sich vor Rentieren und hohen Geschwindigkeiten. Aus diesem Grund hat sein älterer Bruder Steve schon vor einiger Zeit das Zepter in die Hand genommen und führt das Unternehmen ‚Weihnachten‘, das mittlerweile zu einem riesigen Imperium angeschwollen ist, mit militärischer Präzision.

Nur einer ist bei so viel Technik völlig überfordert: Der amtierende und bereits etwas altersmüde Santa sieht sich zwar noch immer als das Oberhaupt der Weihnachtsmann-Dynastie, doch genau genommen hält er längst nur noch als repräsentatives Aushängeschild her. Kein Wunder also, dass sich Steve große Chancen auf seine Nachfolge ausmalt. Der maßgefertigte Weihnachtsmann-Mantel von Versace hängt jedenfalls schon in seinem Kleiderschrank. Als Steve an Weihnachten ein Kind vergisst, hakt er den Zwischenfall nur als einen kleinen Makel in seiner ansonsten perfekten Statistik ab. Da macht sich Arthur selbst auf den Weg, um der kleinen Grace ihr Geschenk zu bringen. Mit dem kauzigen Opa Weihnachtsmann und einer übereifrigen Elfe an Bord des uralten Schlittens, begibt sich das ulkige Gespann auf eine spaßige 3D-Tour ins verschneite England.

Einige der Autoren, die an dem Film gearbeitet haben, haben ihre Büros mit Weihnachtsbäumen und -deko ausgestattet – während der kompletten zwei Jahre, die sie an dem Skript zu ‚Arthur Weihnachtsmann‘ gebrütet haben. Vielleicht ist das auch das Geheimnis dieses Films: Das Team hinter dem Streifen hat sich so richtig ausgetobt und mit viel Liebe zum Detail ein in sich stimmiges und absolut originelles Gesamtkunstwerk geschaffen, das auch bei den leisen Tönen überzeugen kann.

Von Christina Rings

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