Yves Saint Laurent: Das Genie, das ein Mythos war

Yves Saint Laurent: Das Genie, das ein Mythos war
Mode war sein Leben: Yves Saint Laurent mit einem seiner Models © imago/ZUMA Press

Am 1. Juni 2008 starb mit Yves Saint Laurent einer der großen Modeschöpfer, deren Namen die Szene nachhaltig geprägt haben. Am 1. August 2016 hätte der Franzose, der Zeit seines Lebens mit dem Talent eines Genies gesegnet war, seinen 80. Geburtstag gefeiert. Sein Leben war stets geprägt von Höhen und Tiefen. Ein Rückblick.

Zum 80. Geburtstag

Der Beginn einer großen Karriere

Mit gerade mal 21 Jahren wird Saint Laurent zum Art Director des Pariser Modehauses Dior ernannt. 1960 folgt ein Schicksalsschlag. Saint Laurent wird zum Militärdienst in seine Heimat Algerien berufen. Noch vor der Abreise erleidet er einen Nervenzusammenbruch und wird in die Psychiatrie eingeliefert. Dort wird er unter anderem mit Drogen behandelt. Die Folge ist eine lebenslange Abhängigkeit - und die Kündigung bei Dior, die sich zu einem Glücksfall entwickelt. Der Designer gründet zusammen mit seinem Lebenspartner Pierre Bergé (83) das Modelabel "Yves Saint Laurent".


Revolution der Mode

Der schüchterne junge Mann erfindet den Hosenanzug für die Frau. Er trifft damit den Nerv der Zeit und liefert der Frauenbewegung der 1960er Jahre ein Symbol der Emanzipation. Sämtliche seiner Kollektionen rufen skandalöse Empörung hervor. Saint Laurent kombiniert Farben, die man zu dieser Zeit nicht kombiniert, zeigt schwarze Models auf dem Laufsteg und befreit die Frau von der Wespentaille. Er selbst sagte darüber: "Ich weiß, dass ich die Mode vorangebracht habe und den Frauen ein bisher verbotenes Universum geöffnet habe."


Die prägenden Tiefen

Doch so talentiert der Modeschöpfer auch gewesen sein mag, sein Leben ist ein Balanceakt. Er erleidet Nervenzusammenbrüche, durchlebt Angstzustände und Phasen manischer Depression. Saint Laurent flüchtet sich in den Alkohol- und Drogenmissbrauch. Er sei nur glücklich gewesen, wenn die fertige Kollektion präsentiert wurde. "Dazwischen hatte er viele Tiefen und ein paar Höhen", brachte Pierre Bergé das Seelenleben seines langjährigen Partners jüngst in einem Interview mit dem österreichischen "Standard" auf den Punkt.


Seine beste Freundin und Muse

Glaubt man Saint Laurents bester Freundin und Muse Betty Catroux, war die Schüchternheit des Designers seine Art, andere Menschen in den Bann zu schlagen. "Er hatte einen unglaublichen Charme. Und erst mal sah er wunderschön aus. Er war intelligent und hatte großen Humor", sagte das ehemalige Model dem Magazin "ICON" über Saint Laurent. Die beiden trafen sich zum ersten Mal in einem Pariser Nachtclub und gingen von da an durch dick und dünn - manchmal sehr zum Leidwesen von Pierre Bergé.


Seine große Liebe

Bergé, den Saint Laurent bereits am Anfang seiner Karriere kennen lernte, war zeitlebens der Beschützer und die bessere, vernünftigere Hälfte des Modedesigners. Über die Beziehung sagte Bergé folgendes: "Ich bin der wichtigste Mensch in Yves Leben. Ob es daran liegt, dass er mich liebt, oder daran, dass er mich braucht, ich weiß es nicht." Saint Laurent sei ein libertärer Anarchist gewesen, der der Gesellschaft Bomben vor die Füße warf.



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