Xavier Naidoo: Regisseur Harold Woetzel hält Kritik an seiner Doku über den 'Sing meinen Song'-Star für abstrus

Nach harter Schelte: Regisseur verteidigt Xavier-Naidoo-Doku
Die vergangenen Dienstag auf VOX ausgestrahlte "Xavier Naidoo-Story" sorgt für Kontroversen © VOX/Marie Schmidt

Xavier Naidoo (44, "Bei meiner Seele") sorgt mal wieder für Kontroversen. Genauer gesagt: Eine Doku über den streitbaren Sänger. Denn der Sender VOX stellt jeden Dienstag einen Protagonisten seiner Show "Sing meinen Song" vor. Normalerweise in einem sehr positiven Lichte. Genau das ist am Dienstag [31. Mai] einigen Zuschauern aber übel aufgestoßen - als es um Naidoo ging.

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Vorwürfe nur "Verleumdung"

Medienkritiker Stefan Niggemeier (46) hatte die TV-Dokumentation in einem Artikel unter anderem einen Beitrag "von besonderer Unverfrorenheit" genannt, weil darin Vorwürfe des Rassismus, Antisemitismus und der Homophobie gegen Naidoo nicht ernsthaft behandelt worden seien. Die Doku "manipuliere Vorgänge" und sorge dafür, dass Kritik an Naidoos Handeln "irre" wirke, fand Niggemeier. Nun hat Regisseur Harold Woetzel seinen Film - und Naidoo - in einem Gastbeitrag auf der Webseite "kress.de" vehement verteidigt.

 

"Verleumdungen, die abstrus sind"

 

Woetzels Hauptargument: Die verbreiteten Vorwürfe gegen Xavier Naidoo seien tatsächlich "Verleumdungen, die abstrus und grotesk feindselig sind" und die diversen Shitstorms gegen den Sänger ein "GAU". Er habe in der knappen Sendezeit "nicht noch einmal die Schnappatmung der notorischen Naidoo-Hasser im O-Ton" wiedergeben wollen, schreibt der Regisseur - und stattdessen einen Kontrapunkt in entgegengesetzter Richtung gesetzt. Als Kronzeugen nennt er Künstler wie Herbert Grönemeyer und Udo Lindenberg, die sich in der Doku positiv über Naidoo geäußert hatten.

"Ganz sicher ist eines: wäre ich mir auch nur eine einzige Sekunde unsicher gewesen, einen solchen Menschen vor mir zu haben, wie er mir aus den Schlagzeilen als hässliche Fratze entgegen kam, hätte ich nicht eine einzige Doku über Xavier Naidoo gedreht", erklärte Woetzel weiter. Naidoo selbst hatte sich in der strittigen Doku mit den Worten verteidigt, "wenn es eine Demokratie nicht aushält, dass ein kleiner Sänger aus Mannheim sein Maul aufmacht, dann ist die Demokratie auch nichts wert".

 

Empörung wirkt nach

 

Hintergrund des Streits ist auch die Empörung, die nach der Nominierung Naidoos für den Eurovision Songcontest durch den NDR losgebrochen war. Zahlreiche Kritiker hatten den Star als untragbar als Vertreter Deutschlands empfunden. Naidoo hatte 2014 unter anderem bei einer Veranstaltung der rechtsgerichteten "Reichsbürger-Bewegung" gesprochen. In seinem Song "Raus aus dem Reichstag" hatte er als antisemitisch interpretierbare Zeilen gesungen.

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