Xavier Naidoo beim ESC: Heftiger Gegenwind aus dem Netz

Xavier Naidoo beim ESC: Heftiger Gegenwind aus dem Netz
Die Entscheidung der ARD, Xavier Naidoo zum ESC zu schicken, stößt auf viel Kritik © ddp images

"Dass Xavier Naidoo polarisiert, wussten wir." Mit diesen Worten verteidigt die ARD die Entscheidung, den 44-jährigen Sänger für die Teilnahme am Eurovision Song Contest 2016 ausgewählt zu haben. Trotz der Begründung von Thomas Schreiber, dem ARD-Unterhaltungskoordinator, Naidoo sei ein "Ausnahmekünstler" und stehe mit "Toleranz allen Lebensentwürfen gegenüber, die es in der Republik gibt", wird im Netz und besonders auf Twitter heftige Kritik laut.

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ARD verteidigt Entscheidung

Die meisten Kommentatoren auf Twitter halten den Künstler mit einem Hang zu Verschwörungstheorien für rechtspopulistisch, homophob oder antisemitisch. 2015 wurde Naidoo mit dem negativ konnotierten Preis "Der Goldene Aluhut" in der Kategorie "Rechtsesoterik, Reichsbürger und BRD-GmbH" ausgezeichnet. An diesem Image des gewählten ESC-Vertreters stößt sich nun die Internet-Gemeinde.

"Xavier Naidoo tritt 2016 für die Bundesrepublik (oder das Deutsche Reich, man weiß es bei ihm ja nicht) beim Eurovision Song Contest an", äußerte sich beispielsweise der Journalist Stefan Niggemeier über seinen Twitter-Account zu der Entscheidung der ARD und bezieht sich damit auf ein Ereignis im Jahr 2014. Damals berichtete die "Frankfurter Rundschau" von einem Auftritt Naidoos am Tag der Deutschen Einheit folgendes Szenario:

"Da stand er plötzlich als Redner auf einer rechtspopulistischen Kundgebung vor dem Reichstag in Berlin, stellte infrage, ob Deutschland überhaupt eine gültige Verfassung habe und bedankte sich per Du bei den Organisatoren, die zu den stramm rechten 'Reichsbürgern' gehören. Die Szene wird vom Verfassungsschutz beobachtet und hängt der Fantasie nach, das Deutsche Reich bestehe fort und sei noch immer von fremden Mächten besetzt. Passend dazu trug Naidoo ein T-Shirt mit der Parole: 'Freiheit für Deutschland!'"

 

Online-Petition und Pegida-Vergleiche

 

Dem zu Trotz veröffentlichte die Seite "eurovision.de" ein Statement von Naidoo, in dem er bekannt gibt, dass "dieser völkerverbindende Wettbewerb" für ihn "etwas ganz Besonderes" sei. Dass sich so mancher auf Twitter darüber lustig macht, und Naidoo in einem Atemzug mit Pegida nennt, ist angesichts der Vergangenheit keine Überraschung. "Nachdem sich Lutz Bachmann nicht durchsetzen konnte, soll jetzt Xavier Naidoo für Deutschland beim ESC 16 antreten", wundert sich "Grünen"-Bundestagsabgeordneter Konstantin von Notz via Twitter.

Doch nicht nur in den sozialen Netzwerken sind die Proteste laut. Inzwischen wurde auch eine Online-Petition namens "Gegen die Teilnahme von Xavier Naidoo am Eurovision Song Contest 2016" ins Leben gerufen. Die Begründung: "Xavier Naidoo ist in der Öffentlichkeit neben seinen ohne Frage herausragenden Gesangskünsten in letzter Zeit auch in zweifelhaften Rollen, oft in einem verschwörungstheoretischen Zusammenhang, in Erscheinung getreten."

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