Words and Pictures mit Juliette Binoche, Keegan Connor Tracy und Clive Owen: Romanze ohne Schnulzfaktor

Words and Pictures
Die Kunstlehrerin Dina (Juliette Binoche) versucht sich mit einer neuen Maltechnik © Doane Gregory

2,5 von 5 Punkten

Wer bei 'Words and Pictures' eine schnulzige Liebesromanze im Sinn hat, der liegt falsch. Romanze: Ja, Schnulze: Nein! 'Words and Pictures' ist realitätsnah und verblüffend ehrlich. Das liegt zum Großteil daran, dass hier keine Traumprinz-Lovestory vorgegaukelt wird. Stattdessen finden sich zwei Menschen, die nicht nach Liebe suchen, aber durch ihre Liebe zur Poesie und Malerei zueinander finden. Dazu hat Regisseur Fred Schepisi ('Roxanne', 'Das Leben - Ein Sechserpack') das altbekannte Sprichwort ‚Ein Bild sagt mehr als tausend Worte‘ ausgeschlachtet und gibt in dem neuem Streifen mit Clive Owen und Juliette Binoche Antworten.

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Von Katharina Schäfgen

Bei Englischlehrer Jack Markus (Clive Owen, 'Sin City', 'Children of Men') läuft gerade einfach alles schief: er trinkt zu viel, droht seinen Job zu verlieren und auch seine poetische Ader ist irgendwie eingeschlafen. Erst als er auf die rheumakranke Malerin und Kunstlehrerin Dina Delsanto (Juliette Binoche, 'Der englische Patient') trifft, ändert sich sein Leben – sie trägt übrigens den Spitznamen „Eiszapfen“. Jack lehrt seinen Schülern: „Ein dutzend Wörter sagt mehr als tausend Bilder“. Dina hingegen teilt ironischerweise auch mit Worten aus, gibt aber ihren Bildern eine viel größere Bedeutung: „Glauben sie nicht den Worten. Wörter sind Lügen!“.

Die beiden stacheln sich mehr und mehr an und es beginnt eine Art Krieg der Wörter und Bilder zwischen den beiden Lehrern, die ab dem ersten Aufeinandertreffen eine sichtbare Sympathie zueinander aufweisen. Hier wäre es passender zu sagen: ‚Ein Blick sagt mehr als tausend Worte‘. Beide finden zueinander, doch dann begeht Jack, um seinen Job zu retten, einen folgeschweren Fehler. Zugegebener Maßen eine relativ simple Story, die aber irgendwie authentisch ist.

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Dina (Juliette Binoche) und Jack (Clive Owen) haben zueinander gefunden © Doane Gregory

Die emotionale Umsetzung der Schauspieler wirkt realistisch und greifbar. Ein besonderes Lob gilt Schauspielerin Juliette Binoche – sie hat alle gemalten Kunstwerke im Film wirklich selbst gemalt. „Was sich liebt, das neckt sich“ – eine Hassliebe, aus der Liebe wird, das funktioniert immer. Zwischen der Lovestory behandelt der Film aber auch alltägliche Probleme: So haben die Lehrer hier mit der Digitalisierung zu kämpfen. Smartphone und Tablet lassen die Schüler irgendwie abstumpfen – erst als Jack und Dina sie wieder mit Kunst fordern, entwickeln sie Kreativität und Interesse. Auch das Thema Cyber-Mobbing wird in 'Words and Pictures' thematisiert.

Leider hält das Ende keine wirkliche Überraschung bereit. Mit ein wenig Phantasie erschließt sich die Story bereits im ersten Drittel des Films - auch wenn die letzten Minuten irgendwie rühren, erwartet den Zuschauer kein Aha-Effekt. 'Words an Pictures' ist nett anzusehen und eignet sich gut für einen Mädelsabend zu Hause – im Kino muss der Film nicht unbedingt geschaut werden.

Kinostart: 22.05.2014

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