Wim Wenders: Jeder kann heute etwas filmen

Wim Wenders
Wim Wenders © Cover Media

Wim Wenders (69) erklärte, was einen Regisseur zum Profi macht.

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Profi versus Hobbyregisseur

Der Filmemacher ('Der Himmel über Berlin') ist derzeit in aller Munde: Auf der Berlinale erhielt Wim Wenders den Ehrenbären für sein Lebenswerk, sein jüngster Dokumentarfilm 'Das Salz der Erde' wurde für einen Oscar nominiert und das Museum of Modern Art (MoMA) in New York ehrt ihn mit einer Retrospektive. In einem Interview mit 'NEON' sprach der Star nun darüber, was einen Profi vom Hobbyregisseur in unserem digitalen Zeitalter unterscheidet:

"Jeder kann mit einem Smartphone heutzutage etwas filmen. Ein Filmemacher ist man aber erst, wenn man etwas zu erzählen hat und einen Druck verspürt, das besser zu erzählen als jeder andere."

Das ist dem gebürtigen Düsseldorfer eindeutig mehrfach gelungen, wie seine eindrucksvolle Karriere beweist. Doch träumte er nicht immer von einer Filmkarriere: So wie sein Vater wollte auch der junge Wim Arzt werden. Also studierte er zunächst Medizin und Philosophie - aber nur vier Semester. "Es ist ziemlich normal, erstmal das werden zu wollen, was die Eltern von Beruf sind. Man muss nur rechtzeitig merken, wenn das nichts für einen ist. Und dann die Konsequenzen ziehen." Das tat er auch und ging an die Hochschule für Fernsehen und Film.

Der Arztberuf war aber nicht sein einziger Jugendtraum. Wim Wender hatte sogar eine Phase, in der er Priester werden wollte. Was ihn an diesem Beruf reizte, erklärte er in einem früheren 'Spiegel'-Interview: "Weil ich dachte, dass man mit diesem Beruf jemand sei, der einem etwas erklären könnte." Allerdings stellte sich für Wenders schnell heraus, dass das "ein Irrtum" war: "Der Verlust des Glaubens war der wichtigste Gesundungsprozess meiner Jugend."

Ein großer Gewinn für die Filmwelt: Statt Arzt, Philosoph und Priester wurde Wim Wenders Filmemacher und zelebriert heute überaus erfolgreich das Kino.

Cover Media

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