'Willkommen bei den Rileys'

4 von 5 Punkten

Mit ihrer ‘Twilight’-Rolle als unsterblich verliebte Teenagerin Bella machte sich Kristen Stewart in Hollywood einen Namen. Dass die Jungschauspielerin auch in eine komplett andere Rolle schlüpfen und dabei brillieren kann, beweist sie in dem Drama 'Willkommen bei den Rileys', wo sie als verruchte und vulgäre Stripperin locker den Sprung vom Teenie-Star zur ernst zu nehmenden Schauspielerin schafft.

Nach dem Tod ihrer Tochter führen Doug Riley (James Gandolfini, ‘Die Sopranos‘) und seine Frau Lois (Melissa Leo, ’The Fighter’) ein trostloses Eheleben. Während Lois sich völlig von der Außenwelt isoliert und im Haus einsperrt, sucht Doug Trost in den Armen einer anderen Frau. Eine Begegnung jedoch wirbelt das Leben der beiden völlig durcheinander: Als Doug geschäftlich in New Orleans ist, trifft er auf die minderjährige Stripperin Mallory (Kristen Stewart, ’Twilight’), bei der er ohne sexuelle Gegenleistung für 100 Dollar die Nacht einzieht und sich ihr auf väterliche Weise annimmt.

Kristen Stewart kann sich in diesem Film mal so richtig austoben: Nicht nur, dass sie die meiste Zeit den nackten Po in die Kamera hält, auf Mörderabsätzen rumläuft und qualmt wie ein Schlot – sie darf auch fluchen ohne Ende und das Gesprächsthema immer wieder auf Sex und ihre Intimregion lenken. Dabei findet die Jungschauspielerin eine gute Balance zwischen Vulgarität und Verletzlichkeit, Härte und Herzlichkeit.

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Kristen Stewart: Nicht mehr viel von 'Twilight'-Bella übrig

Auch in Sachen Styling gibt es bei Kristen eine 180-Grad-Drehung: Mit ungepflegten Haaren, Schlabbersachen und verschmiertem Make-up ist nicht mehr viel von der süßen ‘Twilight‘-Bella übrig. Dadurch spielt Stewart auf glaubwürdige Art die verwaiste 16-jährige Mallory, die auf niemanden angewiesen sein möchte, aber im Grunde genommen nur auf jemanden gewartet hat, der ihr den nötigen Halt im Leben gibt – ohne Hintergedanken zu haben oder Forderungen an sie zu stellen.

Obwohl der Film sehr vielversprechend und unkonventionell beginnt, driftet er zum Ende hin dann leider doch ein wenig in Hollywood-typischen Kitsch ab. Denn als Dougs Frau Lois bei Mallory auf der Matte steht, wird extrem gewollt auf die Tränendrüse gedrückt. Die Zusammenführung einer möglicherweise neuen „Patchwork“-Familie scheint ein wenig zu abgedroschen. Dennoch berührt die Geschichte – nicht zuletzt wegen der hervorragenden Schauspielleistung der Hauptdarsteller.

Von Mariana Jang

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